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Europäisch-russische Energiepartnerschaft schafft Versorgungssicherheit

Berlin. Mit milliardenschweren Investitionen in die Erdgasinfrastruktur kann die deutsche Energiebranche zusammen mit russischen Partnern nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen Versorgungssicherheit Europas leisten, sondern auch eine Vorreiterrolle als ein maßgeblicher Stabilitätsanker in der aktuellen globalen Wirtschafts- und Finanzkrise übernehmen. "Wir wollen gemeinsam raus aus der Krise, wir wollen ein höchstes Maß an Energiesicherheit – also Versorgungssicherheit für die Abnehmer und Abnahmesicherheit für die Produzenten. Und wir wollen durch das Ausbalancieren wirtschaftlicher Interessen mit Energiepartnerschaften ‚Win-Win-Situationen’ schaffen", erklärte Dr. Rainer Seele, Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung, am Dienstag im Rahmen der IV. Internationalen Konferenz des Russischen Gasverbandes in Berlin.



Alexander Medwedew (OAO Gazprom), Duma-Vizipräsident Valeri Jasew, Domenico Dispenza (Eurogas) und Rainer Seele (WINGAS) in Berlin. © Jürgen Daum


Seele wies in Berlin auf die wirtschaftliche Bedeutung zukünftiger Investitionen hin: „Alle Welt redet derzeit von staatlich finanzierten Konjunkturprogrammen. Wir dagegen tätigen mit unseren Partnern Milliarden-Investitionen in die deutsche und europäische Erdgas-Infrastruktur.  Diese freifinanzierten Investitionen sind jedem staatlichen Konjunkturprogramm, das auf Kosten der Steuerzahler geht, weit überlegen. Europäische Unternehmen, Röhrenproduzenten, Ingenieurbüros, Zulieferer bis hin zum örtlichen Handwerker profitieren davon.“ Bis zum Jahr 2015 planen allein die WINGAS-Gesellschaften Investitionen in Höhe von rund 3 Milliarden Euro in den Ausbau der europäischen Erdgasinfrastruktur. Dabei kommt den deutsch-russischen Energie-Investitionen eine bedeutende Rolle zu: "Wir tragen gemeinsam zur Krisenbewältigung und zur Stabilisierung der Energiesicherheit bei.“

"Neben verlässlichen Produzenten brauchen wir sicheren Transit"
 
Der Ausbau der europäischen Erdgasinfrastruktur sei angesichts der künftigen Herausforderungen unverzichtbar: "Wir importieren heute 50 Prozent unseres Erdgasbedarfs, für das Jahr 2020 müssen wir mit 75 Prozent kalkulieren, da die Reserven in der Nordsee zur Neige gehen. Wir brauchen die Produzenten als verlässliche Partner und wir brauchen sicheren Transit.“ Die Produzenten seien alle in guter Pipeline-Distanz, aber es müsse dafür gesorgt werden, dass diese Pipelines nicht zum Spielball nationaler und politischer Interessen werden. „Die Ukraine-Krise hat uns einen Vorgeschmack dafür geliefert, wie nationale Interessen und Versorgungssicherheit kollidieren können“, erläutert Seele.
Der Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung hob dabei die besondere Rolle Russlands in den Konzepten für die zukünftige Versorgungssicherheit Europas hervor: "Kaum ein anderer Produzent ist derzeit bereit, wie Russland, sich mit sehr langfristigen Verträgen an den europäischen Markt zu binden und an der Diversifizierung der Transitlinien wie zum Beispiel der Nord Stream und South Stream zu beteiligen.“ Das sei in einer Zeit eines globalen Energiewettbewerbs keine Selbstverständlichkeit. „Nur mit und nicht gegen Russland kann Europa seinen langfristigen Importbedarf an Erdgas auch nach 2020 zuverlässig sichern“, so Seele.

Umso wichtiger sei in Zukunft eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. "Das Vertrauen zwischen Deutschland und Russland ist über Jahre gewachsen. Russland und die EU sollten gemeinsam dafür sorgen, die bestehende Vertrauensbasis zu erhalten. Das heißt nicht, auf andere Quellen zu verzichten. Aber wir sollten solche Projekte, wie die dazugehörigen Transitprojekte nicht konfrontativ, sondern partnerschaftlich angehen“, sagte Seele in Berlin weiter. Partnerschaften müssten ‚Win-Win-Situationen“ schaffen, Partner sei man nur auf Augenhöhe. Seele: „Für Wintershall und WINGAS ist das ein elementares Prinzip der Zusammenarbeit."

Eine grenzüberschreitende Vernetzung schafft Sicherheit

Die Zusammenarbeit zwischen WINGAS und Gazprom sei zu einer Partnerschaft gewachsen, die vom Bohrloch bis hinein in den Verbrauchermarkt trägt. Um auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein, muss Europa auch die aktuellen Eckdaten der Energiepolitik überprüfen. "Wir brauchen eine europäisch-russische Energiepartnerschaft. Wir brauchen ein Energieabkommen, das für alle wesentlichen Mitspieler bindend ist, für die großen Energieproduzenten, für die Energietransitländer, für die Energieverbraucher“, sagt der WINGAS-Geschäftsführer, „und die alle Energieressourcen von der Kernenergie bis zu den konventionellen oder den erneuerbaren Quellen mit einbezieht. "Da ist Kooperation gefragt, nicht Konfrontation oder gar Provokation. „Es nützt wenig sich auf Gipfeln und Gegengipfeln gelbe Karten zu zeigen. So kommt man nicht zu international bindenden Verträgen“, meint Seele. Die von Russlands Präsident Medwedew gemachten Vorschläge für ein neues Energieabkommen sollten daher ernsthaft geprüft werden – nicht zuletzt als Basis für eigene Vorschläge und einen wirklichen Interessenausgleich.


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