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Weg für die Nord Stream frei


Der Bau der Ostsee-Pipeline rückt näher. Die Anrainerstaaten haben dem Bau der 1223 Kilometer langen Trasse des russisch-europäischen Firmenkonsortiums Nord Stream zugestimmt. In Finnland steht noch die zweite Genehmigung aus. Die Genehmigungen seien ein wichtiger Schritt für den geplanten Baubeginn im April 2010, sagte Nord-Stream-Geschäftsführer Matthias Warnig. Ende 2011 soll das erste Gas vom russischen Wyborg bis nach Lubmin bei Greifswald fließen.

Die Pipeline hat für die deutsche Wirtschaft und die Verbraucher eine besondere strategische Bedeutung. Erstmals werden die Gasfelder Sibiriens direkt mit einem EU-Land verbunden. Das erhöht die Versorgungssicherheit und macht Europa unabhängiger von Transitländern. In den Rohrlagern an der Ostsee lagern bereits viele verlegefertige Rohre für den ersten Strang der Nord-Stream-Pipeline. Zum Baustart müssen dann mindestens 800 Kilometer Rohre, also etwa zwei Drittel der gesamten Strecke, zur Verfügung stehen. Für die beiden Stränge der Nord Stream werden insgesamt 200 000 Rohre benötigt. Diese wiegen ohne Betonmantel etwa 2,3 Millionen Tonnen, so viel wie das 230-Fache des Eiffelturms. Ein Teil der Rohre wird derzeit auf dem Schienenweg nach Mukran auf Rügen bzw. ins finnische Kotka geliefert. Hier werden sie mit Beton ummantelt.


Weitere Infos: www.nord-stream.com


Technologien mit Erdgas liegen vorn

In puncto Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit liegen mit Erdgas betriebene Heizsysteme vorn. Das hat eine TÜV-zertifizierte Ökoeffizienzanalyse der BASF ergeben, die verschiedene Heiztechnologien einer kritischen Prüfung unterzogen hat. Am Beispiel eines frei stehenden Einfamilienhauses wurden zehn Systeme verglichen. Im Fokus standen ökonomische und ökologische Faktoren: zum Beispiel die notwendigen Investitionen für die Anschaffung der Anlage, die jährlichen Kosten und die Umweltverträglichkeit des Energieträgers. Neben der Nahwärmeversorgung mit Blockheizkraftwerk ging der Erdgas-Brennwertkessel in Verbindung mit Solarkollektoren zur Trinkwassererwärmung als Sieger aus der Studie hervor.
 
Weitere Infos: www.wingas.de/info_broschueren.html
 

Opal auf Tauchfahrt


Eine der schwierigsten Etappen beim Bau der OPAL-Erdgasleitung ist geschafft: Die Pipeline hat in Coswig bei Dresden die Elbe unterquert. Dazu wurde ein 182 Meter langes und über 650 Tonnen schweres Stahlbetonrohr mittels sogenannter Dükerung durch die Elbe gezogen. Düker, niederländisch „duiker“, bedeutet übersetzt Taucher und bezeichnet die Unterführung mittels eines Rohres. Schon die Römer kannten diese Bauweise. „Wir nutzen zwar bewährte Technik, stoßen jedoch aufgrund der Größe der OPAL- eitung in neue Dimensionen vor“, sagt Gerhard König, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS, die die Leitung im Auftrag der OPAL NEL TRANSPORT baut. Mit einem Leitungsdurchmesser von 1,40 Metern und einer jährlichen Transportkapazität von rund 36 Milliarden Kubikmeter Erdgas – zum Vergleich: das  entspricht mehr als einem Drittel des deutschen Jahresverbrauches – ist die OPAL die größte in Deutschland verlegte Erdgasleitung.

Die Dükerung der Elbe stellte den bisherigen Höhepunkt der Arbeiten an der OPAL dar. Auf den jeweils rund 100 Kilometer langen Trassenabschnitten ist auf mehr als 125 Kilometern der Leitungstrasse der Mutterboden geräumt worden, fast 25 Kilometer Pipelinerohr sind verschweißt und die ersten Rohrstränge verlegt. Bis Gas durch die OPAL fließen kann, müssen insgesamt 172 Straßen, 27 Bahngleise und 39 größere Gewässer gequert werden.

Weitere Infos: www.opal-pipeline.de
 

Ruhe bitte!


Die Fledermäuse entlang der OPAL-Trasse sollen trotz Bauarbeiten ungestört ihren wohlverdienten Winterschlaf genießen. Deswegen haben Biologen die Bäume entlang der Baustelle untersucht. Denn insbesondere hohle Bäume eignen sich als Winterquartier für die lichtscheuen Tiere. Soll in der Winterschlafzeit gebaut werden, so müssen die Fledermäuse umziehen. Mitarbeiter verschließen dazu alle unbewohnten Quartiere und bringen außerhalb der Baustelle Fledermauskästen an, in denen die Tiere ersatzweise schlafen können. Ist ein Baum eindeutig bewohnt, wird er markiert. Evakuiert werden die Fledermäuse erst unmittelbar vor Beginn der Bauarbeiten.

Das älteste Boot Ostfrieslands

Bei Routine-Untersuchungen an der Speicherbaustelle in Jemgum haben Forscher das älteste Boot Ostfrieslands entdeckt: einen sogenannten Einbaum aus der römischen Kaiserzeit. Das Schiff stammt aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert nach Christus und ist aus einem einzigen Baumstamm gefertigt. Die Archäologen fanden es, als sie im Erdreich einen hölzernen Damm freilegten. Frühere Siedler hatten das Schiff dort verbaut, nachdem es nicht mehr als Wasserfahrzeug gebraucht wurde. „Um es als Baumaterial verwenden zu können, wurden Bug und Heck abgeschlagen. Ansonsten ist der Fund hervorragend erhalten“, erklärt Bernhard Thiemann, Leiter des Forscherteams. Damit das auch so bleibt, wurde das rund 60 Zentimeter breite und 4,70 Meter lange Boot als kompletter Erdblock aus dem Boden geschnitten. Nun tritt es seine letzte Reise zur Konservierung im Landesmuseum Schleswig an.

Energie Sparen – aber richtig

Energiesparfüchse drehen im Winter beim Verlassen der Wohnung gern die Heizung aus. Das spart aber keine Energie, denn die Zimmer müssen jedes Mal wieder auf die gewünschte Temperatur gebracht werden. Stattdessen bieten moderne Haushaltsgeräte großes Einsparpotenzial. Schlug eine Kühl- und Gefrierkombi im Jahr 1998 mit 93 Euro in der jährlichen Stromabrechnung zu Buche, haben sich die Kosten bis heute mehr als halbiert.


Erdgas ergänzt erneuerbare Energien



Die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, über die Herausforderungen und Ziele der Gaswirtschaft im Jahr 2010. weiter

Energienachrichten

ABKOMMEN: Russland und die EU haben in Moskau ein Frühwarnsystem zur Vermeidung von Energieengpässen vereinbart. Das System sieht die sofortige Information und Beratung bei drohenden Lieferunterbrechungen vor.
 
STUDIE: In einem aktuellen Bericht prognostiziert die Internationale Energieagentur einen weltweit steigenden Energieverbrauch um jährlich 2,5 Prozent in den kommenden fünf Jahren. Fossile Brennstoffe bleiben demnach mit einem Anteil von etwa drei Vierteln die wichtigste Energiequelle am Weltmarkt.
 
EU-KOMMISSION: Günther Oettinger ist als neuer Energiekommissar vorgeschlagen worden. Er soll einen Binnenmarkt für Energie schaffen, sich um Sicherheit und Effizienz der Energieversorgung kümmern und dazu beitragen, dass die energieintensiven Industrien weniger auf fossile Brennstoffe angewiesen sind.
 
NETZ: Auf einer Konferenz in Warschau hat WINGAS TRANSPORT ihr Angebot an Polen bekräftigt, die Erdgassysteme der beiden Länder zu verbinden.
 
SERVICE: Informationen rund um die Norddeutsche Erdgas-Leitung (NEL), die zweite Nord-Stream-Anbindungsleitung, finden Sie unter www.nel-pipeline.de.