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Sonderausstellung zum archäologischen Fund von Apfelstädt

Der bei Grabungen zum Leitungsbau entdeckte 4000 Jahre alte Goldschmuck wird öffentlich ausgestellt
 
Weimar / Kassel. Wertvoller 4000 Jahre alter Goldschmuck sowie weitere seltene Fundstücke aus Begräbnisbeigaben werden im Rahmen einer Sonderausstellung des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Weimar am 8. Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kleinode wurden bei Grabungsarbeiten zum Ausbau der WINGAS-Erdgaspipeline STEGAL (Sachsen-Thüringen-Erdgas-Leitung) gefunden.
 
Die sensationelle Entdeckung machten Archäologen im Sommer dieses Jahres in Apfelstädt bei Erfurt. Auf einer Gesamtlänge von etwa 100 Kilometern baut die WINGAS GmbH dort, parallel zur bereits bestehenden STEGAL-Pipeline, ihr Leitungsnetz aus. Archäologen, die den Pipelinebau begleiteten, entdeckten ein Feld mit 14 Grabstätten aus der Jungsteinzeit. Eines dieser Gräber enthielt wertvolle Schmuckstücke aus Gold. Mit einem Alter von mehr als 4000 Jahren gelten zwei gefundene Lockenringe aus der Glockenbecherkultur als ältester Goldschmuck Mitteldeutschlands und sind somit älter als die Himmelsscheibe von Nebra und der weltbekannte Ötzi aus der ausgehenden Jungsteinzeit.
 
Bei den Lockenringen handelt es sich um spiralförmigen Haarschmuck, der schon in der Jungsteinzeit von Männern getragen wurde. Als Besonderheit wird die Beschaffenheit der Ringe gewertet. Bei Laboruntersuchungen des Landesamtes in Weimar wurde festgestellt, dass der Schmuck sich zu 45 % aus Gold, zu 45 % aus Silber und zu 10 % aus Kupfer zusammensetzt. Goldschmuck aus dieser Zeit wurde bis heute äußerst selten gefunden.
 
Weiterhin fanden die Forscher im Grab einen Köcher mit Pfeilen, eine Armschutzplatte aus Stein, zwei Feuersteinwerkzeuge und zwei Keramikgefäße, die das Skelett umgaben. Dass es sich um einen Mann handelt, konnten die Wissenschaftler anhand der Ausrichtung des Grabes feststellen. Männer wurden in der Jungsteinzeit mit dem Kopf nach Süden, Frauen nach Norden bestattet. Alles deutet somit auf die Grabstätte eines Kriegers hin. Nach neuesten Erkenntnissen des Landesamtes für Archäologie in Weimar wurde der Mann zwischen 2200 und 2300 vor Christus beerdigt.
 
Inzwischen sind die Fundstücke vom Landesamt für Archäologie restauriert, konserviert und eingehend untersucht worden. Am 8. Dezember um 14 Uhr öffnet die Sonderausstellung im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar für die Öffentlichkeit ihre Pforten und kann bis Ende Februar besucht werden. Im Anschluss daran wird die Ausstellung der Fundstücke in der WINGAS-Verwaltungszentrale in Kassel zu sehen sein.
 
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Humboldtstrasse 11
99423 Weimar
www.tlad.de
Tel. +49 3643 818-300 (Zentrale)
Tel. +49 3643 818-330 (Besucherbetreuung)
Fax +49 3643 818-390
 
 
Die WINGAS GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Wintershall AG (65 %) und der russischen OAO Gazprom (35 %). Seit 1990 sind die beiden Partner in der Gasversorgung tätig und liefern über ihr mehr als 2.000 Kilometer langes Leitungsnetz Erdgas an Stadtwerke, größere Industriebetriebe und regionale Gasversorgungsunternehmen in Deutschland und Europa. Wintershall und Gazprom haben bis heute rund 3 Milliarden Euro in den Aufbau des WINGAS-Erdgasleitungssystems investiert. Das Pipelinenetz verbindet die großen Gasreserven Sibiriens mit den wachsenden Absatzmärkten Westeuropas und ermöglicht WINGAS außerdem den Zugang zu den sich weiter entwickelnden europäischen Spotmärkten. Mit dem Erdgasspeicher Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas.


PI-05-12 - 28.11.2005

Kontakt
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