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6% Marktanteil gesichert: WINGAS nimmt Erdgaslieferung in Belgien auf

Brüssel. Mit kräftigen Impulsen hat das deutsche Ferngasunternehmen WINGAS jetzt den Wettbewerb im Nachbarland Belgien angestoßen. Die WINGAS, ein deutsch-russisches Joint Venture zwischen der BASF-Tochter Wintershall und der OAO Gazprom als größtem Gasproduzenten der Welt, ist seit einigen Monaten mit der Vermarktung von Erdgas in Belgien aktiv. Innerhalb dieses Zeitraumes ist es WINGAS gelungen, Lieferverträge abzuschließen, die bereits kurzfristig für das Jahr 2005 einen Anteil von 6 % am belgischen Gasmarkt sichern. "Mit unserem Einstieg als neuer und leistungsfähiger Anbieter setzen wir nicht nur längst überfällige Wettbewerbsimpulse im Sinne der belgischen Verbraucher, sondern wir sorgen für mehr Sicherheit bei der langfristigen Versorgung des Landes mit der Zukunftsenergie Erdgas", erklärte Dr. Rainer Seele, Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung, auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Nach dem erfolgreichen Start werde das Ferngasunternehmen seine Vermarktungsaktivitäten in Belgien zügig ausweiten. Hierzu ist bereits die Tochtergesellschaft WINGAS Belgium mit Sitz in Brüssel gegründet worden. "Wir werden ganz im Interesse des Wettbewerbs in Belgien ein beständiger, zuverlässiger Partner auf dem Gasmarkt des Landes sein", sagte Seele weiter. Gleichzeitig kritisierte Seele überholte, wettbewerbshinderliche Regelungen. "Wir wären bereit, sogar eigene Leitungen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit zu bauen und somit kräftig in den Markt zu investieren. Die Rahmenbedingungen lassen dies aber bislang nicht zu."
 
In Belgien hat die WINGAS in den letzten Monaten eine Reihe von Verträgen mit Industriekunden abgeschlossen, darunter mit dem Nahrungsmittelhersteller Campina, dem weltgrößten Chemiekonzern BASF mit mehreren Werken in Belgien, der weltweit größten Wasserstoff-Produktionsanlage des französischen Unternehmens Air Liquide in Antwerpen und einem GuD-Kraftwerk, welches der deutsche Konzern RWE in Antwerpen errichtet. Insgesamt werden bis Ende dieses Jahres noch über 100 Millionen Kubikmeter (entspricht über 1 Mrd. kWh) Erdgas in Belgien geliefert. Bereits für 2005 hat WINGAS rund 1 Milliarde Kubikmeter (10 Mrd. kWh/a) Erdgas in Belgien unter Vertrag und plant, diese Menge mittelfristig zu verdoppeln. Das entspricht einem Anteil von mehr als 10 % am belgischen Erdgas-markt. "Dieser in der Mitte Europas gelegene Markt mit seinen rund 2,5 Millionen Kunden - davon allein 100 000 Industrie- und Gewerbekunden - hat einen erheblichen Bedarf und stellt ein interessantes Potenzial für uns dar", sagte Seele.
 
Derzeit dürfen in der Region Flandern alle Erdgasverbraucher ihren Lieferanten frei wählen, eine Öffnung des Marktes für Industrie- und Gewerbekunden in den Regionen Wallonien und Brüssel ist ab 1. Januar 2004 vorgesehen. Der belgische Markt wird dann im Nicht-Haushaltsbereich zu 90 % geöffnet sein.
 
Liberalisierung bietet Chancen - Leitungsbau notwendig
 
"Unsere ehrgeizigen Ziele werden wir trotz der derzeit noch herrschenden Markteintrittsbarrieren erreichen", erklärte Seele. Das Erdgas für den belgischen Markt liefert WINGAS über ihre 1998 fertig gestellte Erdgasfernleitung WEDAL (West-Deutschland Anbindungs-Leitung) bis Aachen an die belgische Grenze. Damit eröffnet sich für den belgischen Erdgasmarkt ein Zugang zur hochmodernen Infrastruktur der WINGAS, die auch den größten deutschen Untergrundspeicher für Erdgas in Norddeutschland mit einschließt. Seit einigen Jahren beteiligt sich WINGAS des Weiteren intensiv am Erdgashandel im belgischen Zeebrugge, verfügt dort über langfristige Bezugsverträge für britisches Erdgas und entsprechend über jahrelange Erfahrungen mit dem Erdgastransit in Belgien.
 
Das Erdgas gelangt auf dem Weg der Durchleitung durch das Netz der einzigen belgischen Transportgesellschaft Fluxys zu den Kunden. "Wir könnten den Kunden noch mehr Service und Flexibilität bieten, wenn wir eigene Leitungen bauen dürften. WINGAS bereitet daher die Beantragung einer entsprechenden Genehmigung für den Bau einer neuen Leitung von der niederländischen Grenze nach Antwerpen vor", kündigte der WINGAS-Geschäftsführer an. Seele fordert, dass wie in Deutschland der Bau von Erdgastransportleitungen auch in Belgien einfach und diskriminierungsfrei möglich sein müsse. Der Bau sei derzeit nur dann zulässig, wenn die nationale Transportgesellschaft Fluxys kein zumutbares Angebot auf Ihrem Netz abgibt. "Da jedoch die Transportentgelte von Fluxys als regulierte Tarife aus der Sicht der Behörden stets als zumutbar gelten, ist de facto ein Leitungsmonopol gegeben, das Wettbewerb beim Leitungsbau ausschließt", kritisiert Seele. Angesichts des Zieles einer auch künftig sicheren Versorgung der EU-Mitgliedsstaaten mit Erdgas sei konkurrierender Leitungsbau zwingend erforderlich. Auch das effizienteste Durchleitungsmanagement könne den Leitungsbau nicht ersetzen. Das Beispiel Deutschland zeige, welche maßgebliche Rolle der freie Leitungsbau als zusätzliches Wettbewerbselement bei der Sicherung der Versorgung übernehme. Die Behinderung von Investitionen in neue Erdgasleitungen in Verbindung mit den entfernungsunabhängigen regulierten Transportentgelten in Belgien stelle ein besonders wirksames Hindernis für Wettbewerber dar, gerade bei kurzen Transportstrecken. "Das kann nicht im Interesse der belgischen Industrie sein", meint der WINGAS-Geschäftsführer.
 
Grundsätzlich zu bemängeln sei darüber hinaus der Umgang mit den in Belgien gelieferten unterschiedlichen Erdgasqualitäten. Eine wie in anderen belgischen Nachbarländern mögliche Qualitätsanpassung wird nicht angeboten. Zudem dürfen Erdgasanbieter ihr jeweiliges Gas nicht - wie es sonst üblich ist - über Investitionen in geeigneten technischen Einrichtungen bedarfsgerecht aufbereiten, um Kunden zu versorgen. "Es gibt Industriekunden, die würden wir sofort beliefern, müssen ihnen aber absagen, weil die Rahmenbedingungen noch keinen echten Wettbewerb ermöglichen", erklärt Seele. "Sicherheit erreicht man nicht, indem man Zäune errichtet, Sicherheit gewinnt man, indem man Tore öffnet", appellierte Seele an die belgische Politik, kurzfristig für nachhaltige, wettbewerbsermöglichende Rahmenbedingungen zu sorgen.
 
Die WINGAS Belgium mit ihrem Europabüro in Brüssel (21, Avenue des Arts/Kunstlaan) koordiniert die Vertriebsaktivitäten der WINGAS in Belgien. Im Brüsseler Büro ist ebenfalls die Vertretung der WINGAS für europäische Energiepolitik angesiedelt. Geschäftsführer der WINGAS Belgium ist Klaus Gebhard. Der 46-jährige Manager war bis voriges Jahr bei WINGAS als Leiter für Transport und Speicherung verantwortlich.
Kontakt: belgium(@)wingas.de


P-6 - 26.08.2003

Kontakt
Michael Sasse
Tel.: +49 561 301-3301
Fax: +49 561 301-1321
presse(@)wingas.de
 
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26.08.2003 - Faktenblatt:
Der Erdgasmarkt in Belgien
In Belgien werden derzeit rund 17 Mrd. Kubikmeter Erdgas im Jahr verbraucht. Der Anteil von Erdgas am Primärenergieverbrauch in Belgien liegt damit bei etwa 23 % (in Deutschland ca. 22 %).
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26.08.2003 - Faktenblatt:
Weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte aufgeschlagen: WINGAS erschließt Märkte in Europa
Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Liberalisierung der europäischen Erdgasmärkte schreibt WINGAS auch das nächste Kapitel ihrer nun seit mehr als 10 Jahren andauernden Erfolgsgeschichte konsequent weiter.
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