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WINGAS nutzt Liberalisierung für weiteres Wachstum in Europa

Beitrag zum Ergebnis der Betriebstätigkeit weiter steigend
 
Der Erdgashandel ist für die Wintershall ein zunehmend wichtiger Faktor des Geschäftserfolgs. Rund ein Viertel des gesamten Ergebnisses der Wintershall-Betriebstätigkeit stammt bereits aus dem zusammen mit dem größten Erdgasproduzenten der Welt, der OAO Gazprom, betriebenen Erdgashandelsgeschäft. „Wir haben die Erfolgsgeschichte einer beispiellosen Kooperation fortgeschrieben“, sagte Dr. Rainer Seele, Vorstandsmitglied der Wintershall und Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung. „Das Ergebnis im Gashandelsgeschäft ist geprägt durch wertsteigerndes Wachstum.“
 
Insgesamt lag das Absatzvolumen aller drei Beteiligungsgesellschaften – WINGAS, WIEH (Wintershall Erdgas Handelshaus GmbH) und WIEE (Wintershall Erdgas Handelshaus Zug AG) – mit 238,6 Milliarden Kilowattstunden um 11 Prozent über der Menge des Jahres 2001.
 
Trotz eines stagnierenden deutschen Marktes hat WINGAS ihre Position weiter ausgebaut. Ohne Berücksichtigung der Verkäufe an die WIEH konnte WINGAS den Erdgasabsatz 2002 um 9 Prozent auf 131,1 (2001: 120,7) Milliarden Kilowattstunden steigern. Im deutschen Markt strebt das Joint Venture eine weitere Absatzsteigerung für 2003 an. „Dies ist keine leichte, aber eine zu bewältigende Herausforderung“, meint Seele.
 
Positiv entwickelten sich auch die Lieferungen der WIEH, die aufgrund von Sonderverkäufen um 6,5 auf 73,2 Milliarden Kilowattstunden erhöht werden konnten. Die an WINGAS abgesetzten Mengen sind hierin nicht enthalten. Die WIEE hat nach dem schwierigen Jahr 2001 in Rumänien ihre Verkäufe wieder deutlich ausweiten können. Der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf 34,3 Milliarden Kilowattstunden.
 
Die fortschreitende Liberalisierung des europäischen Erdgasmarktes nutzt WINGAS konsequent zur Verstärkung ihrer Aktivitäten über Deutschland hinaus. Hierzu wurde zwischen WINGAS und OOO Gazexport ein Rahmenvertrag zur Vermarktung von russischem Erdgas an den Handelsplätzen in Belgien und Großbritannien abgeschlossen. Darüber hinaus hat WINGAS erste mittelfristige Lieferverträge mit Industriekunden in Belgien abgeschlossen.
 
In 2002 wurden 20 Transportverträge auf Drittsystemen abgeschlossen. WINGAS selbst hat ihre Netzzugangsbedingungen konsequent weiterentwickelt, um die Nutzung ihres Erdgasleitungssystems durch Dritte noch transparenter und einfacher zu gestalten. Insgesamt haben sechs Kunden Transportverträge mit WINGAS abgeschlossen. Die Anzahl der Transport- und Speicheranfragen Dritter ging im vergangenen Jahr jedoch zurück. Als einen der maßgeblichen Gründe dafür nannte Seele den Rückzug verschiedener internationaler Energiehändler aus dem Erdgasmarkt und die damit verbundene Verunsicherung bei Industriekunden und Stadtwerken gegenüber neuen Anbietern.
 
Die Investitionen in das Erdgasleitungssystem dienten wie im Vorjahr hauptsächlich der Optimierung der Infrastruktur der WINGAS und der Anbindung neuer Kunden. Dabei wurde zum neuen Gaswirtschaftsjahr innerhalb kurzer Zeit die direkte Versorgung von sechs WINGAS-Kunden, überwiegend im südlichen Teil des Leitungsnetzes, realisiert. Das Pipelinenetz der WINGAS hat damit im vergangenen Jahr die 2000-Kilometer-Marke überschritten. Es verbindet die großen Gasreserven Sibiriens mit den wachsenden Absatzmärkten Westeuropas und ermöglicht WINGAS außerdem den Zugang zu den sich weiter entwickelnden europäischen Spotmärkten. Mit dem Erdgasspeicher Rehden, der ein Arbeitsgasvolumen von über vier Milliarden Kubikmetern besitzt, verfügt WINGAS über rund ein Fünftel der gesamten in Deutschland vorhandenen Speicherkapazität. Die bisher in den Ausbau des Erdgashandelsgeschäftes investierten Mittel belaufen sich auf mehr als 2,7 Milliarden Euro.
 
„Leitungsbau und Durchleitung sind eigenständige, notwendige Instrumente bei der vollständigen Liberalisierung des Erdgasmarktes. Auch das effizienteste Durchleitungsmanagement kann den Leitungsbau nicht ersetzen“, betonte Seele. Dies gelte insbesondere in solchen Regionen, in denen mit besonders hohen Zuwachsraten beim Erdgasverbrauch zu rechnen ist. Als Beispiel dafür nannte er die rund 500 Kilometer lange Gasleitung, die derzeit von WINGAS und Ruhrgas in Süddeutschland geplant wird. „Die Anpassung der Transportkapazitäten an den steigenden Erdgasbedarf wird auch in Zukunft von entscheidender Bedeutung für die langfristige Sicherung der Erdgasversorgung sein.“
 
In der Erdgasbeschaffung bleibt Gazprom wichtigster Lieferant der WINGAS. „Die langjährigen Bezüge von russischem Erdgas nach Deutschland sind gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit“, erläutert Seele. Ergänzt werden diese Mengen im Wesentlichen durch Erdgasbezüge aus der Nordsee, wobei WINGAS auch die Beschaffungsmöglichkeiten auf den Spotmärkten – insbesondere in Zeebrugge – nutzt.
 
Keine positiven Impulse durch legal unbundling
 
Mit Blick auf die Zukunft im Markt bezeichnete Seele die von der EU vorgesehene gesellschaftsrechtliche Entflechtung von Erdgashandel und Gastransport als eine falsche Weichenstellung für die weitere Liberalisierung des europäischen Gasmarktes. „Dies bringt für den Wettbewerb keine weiteren
 
positiven Impulse, denn das eigentliche Ziel des Unbundling, die Gewährleistung von Transparenz beim Netzzugang und die Verhinderung von Quersubventionen,
ist bereits durch das buchhalterische Unbundling gesichert“, meint Seele. „Legal Unbundling stellt einen beispiellosen Eingriff in die unternehmerische Freiheit dar und es besteht die Sorge, dass es zu Fehlentwicklungen kommt, die die bisher erfahrene Leistungsfähigkeit der Gasversorgung gefährdet.“ Handlungsbedarf sieht der WINGAS-Geschäftsführer dagegen bei der Sicherung eines fairen Interessensausgleiches zwischen Produzenten und Verbrauchern sowie einer Begrenzung der vertikalen Integration von Unternehmen.
 
Die WINGAS GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Wintershall (65 %) und der russischen OAO Gazprom (35 %). Seit 1990 ist sie in der Gasversorgung tätig und liefert über ihr inzwischen mehr als 2.000 Kilometer langes Leitungsnetz Erdgas an Stadtwerke, größere Industriebetriebe und regionale Gasversorgungsunternehmen in Deutschland.
 
Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
 
Diese Mitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen im Sinne des US-amerikanischen "Private Securities Litigation Reform Act" von 1995. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Zu diesen Risikofaktoren gehören insbesondere die in unserem bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission hinterlegten US-Börsenbericht Form 20-F genannten Faktoren. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.


P-9 - 25.03.2003

Kontakt
Michael Sasse
Tel.: +49 561 301-3301
Fax: +49 561 301-1321
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