WINGAS präsentiert sich auf der internationalen Messe Neftegaz in MoskauPartnerschaft mit Russland sichert Europas EnergieversorgungMoskau. Um den wachsenden Gasbedarf Europas auch in Zukunft decken zu können, hat Dr. Rainer Seele, Vorstandsmitglied der Wintershall AG und Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH, anlässlich der Branchenmesse Neftegaz in Moskau langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen für Produzenten wie Importeure gefordert. Fast die Hälfte des Gases, welches die 25 EU-Länder heute verbrauchen, stamme aus Quellen außerhalb der Europäischen Union. "Zur Deckung des Bedarfs werden allein bis 2030 Infrastrukturinvestitionen in der Größenordnung von mindestens 200 Milliarden Euro erforderlich sein", unterstrich Seele jetzt in Moskau. Dafür müsse die europäische Politik langfristige Planungs-sicherheit garantieren. Die Neftegaz findet in diesem Jahr zum zehnten Mal in der Russischen Föderation statt - vom 21. bis 25. Juni 2004 auf dem Moskauer Messegelände. Zur internationalen Großausstellung für die Gasindustrie mit 793 Ausstellern aus 24 Ländern werden mehrere tausend Fachbesucher erwartet. In einem Gespräch mit der EU-Vizepräsidentin Loyola de Palacio hatten der Vorsitzende der WINGAS-Geschäftsführung und Alexander Medvedev, Vorstandsmitglied der OAO Gazprom und Generaldirektor der OOO Gazexport, erst kürzlich wesentliche Eckpunkte einer investitions-freundlichen Energiepolitik in Europa erörtert. Denn für die zukünftige sichere Versorgung Westeuropas nimmt die Bedeutung von Investitionen weiter zu. Es bedürfe nicht nur der Suche und Erschließung neuer riesiger Förderstätten, gewaltiger Kapitalbedarf bestehe auch für die Transport-, Speicher- und Verteilungsstruktur auf dem Weg zum Endverbraucher, sagte Seele. "Nur durch betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle und verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen wird der Anreiz für zukunftsorientiertes unternehmerisches Handeln erhalten bleiben." Doch damit sei es nicht allein getan. "Für die sichere Energieversorgung Europas sind wir auf Kooperation über die EU-Grenzen hinaus angewiesen. Allein 90 Prozent der auf dem europäischen Markt benötigten Gasreserven finden sich bei unseren östlichen Nachbarn", erinnert Seele. WINGAS und Gazexport haben daher die Neftegaz genutzt, um sich auf einen weiteren Ausbau ihrer langfristigen vertraglichen Beziehungen grundlegend zu verständigen. "Überlegungen, die Laufzeit von Liefer-vereinbarungen zu beschränken, oder auch den Erdgaspreis an der EU-Grenze auf Kosten der Produzenten zu reduzieren, greifen zu kurz", erläutert Seele. Dieses würde einseitig Produzentenrisiken erhöhen und zur Ausschau nach Marktalternativen motivieren. Und solche Alternativen gebe es für die Produzenten durchaus: Denn neben der europäischen Gasnachfrage steige auch der Bedarf in Asien, Nordamerika und in den Produzentenländern selbst rapide an. Seit bereits drei Jahrzehnten sichere eine ausgeglichene Interessensverteilung zwischen Exporteuren und Importeuren, gestützt durch langfristige, intensive Bemühungen der Marktpartner um ungestörte Lieferbeziehungen, stabile Versorgungsverhältnisse in Europa. "Wir müssen uns anstrengen, um unsere komfortable Position als bevorzugter Absatzmarkt für Erdgasimporteure auch in Zukunft behaupten zu können", mahnte Seele. Neben der Herstellung der eingeforderten dauerhaften Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen müsse man die Entwicklung nachhaltiger Partnerschaften über EU-Grenzen hinaus fortsetzen. Laut Seele stellt WINGAS, mit ihren Anteilseignern Gazprom und Wintershall, ein Vorbildmodell für eine solche erfolgreiche russisch-deutsche Partnerschaft dar. Die Gemeinschaftsunternehmen der Wintershall mit der russischen Gazprom schauen auf 14 Jahre äußerst intensiver und erfolgreicher Zusammenarbeit zurück. Noch vor der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 mit dem "Vertrag über die gaswirtschaftliche Zusammenarbeit" zwischen der Wintershall AG, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der BASF Aktiengesellschaft, und dem größten Gasproduzenten der Welt, der OAO Gazprom, der Grundstein für die vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt, die der Gazprom seinerzeit den direkten Zutritt zum deutschen Erdgasmarkt ermöglichte. Es folgte eine der größten Investitionen eines russischen Unternehmens in Deutschland. Insgesamt investierten die Partner 2,7 Milliarden Euro über das Gemeinschaftsunternehmen WINGAS (35 Prozent Gazprom, 65 Prozent Wintershall) in den Aufbau ihrer Erdgasinfrastruktur, darunter auch in den Ausbau des größten Erdgasspeichers in Westeuropa. Im deutschen Erdgasmarkt hatte das Auftreten der WINGAS einschneidende Folgen. Das neue Unternehmen wurde zum Initiator wahren Leitungswettbewerbs in Deutschland. Inzwischen ist WINGAS auch über Deutschland hinaus im europäischen Markt mit Erfolg aktiv: 2003 gelang der Markteintritt in Belgien, wo sich das russisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen mittelfristig bereits einen Marktanteil von sechs Prozent sichern konnte. Um diese Vermarktung zu intensivieren, wurde die WINGAS Belgium mit Sitz in Brüssel gegründet. Auch in Großbritannien wurden die Aktivitäten ausgedehnt und dafür 2003 mit Norsk Hydro das Joint Venture HydroWingas Ltd. zur Vermarktung von Erdgas gegründet. Die Wintershall AG und die WINGAS GmbH sind über ihr konkretes Engagement hinaus bereits seit längerem in den generellen russisch-deutschen Dialog eingebunden. Die Unternehmen seien gerne bereit, auch in Zukunft ihre Erfahrungen in die Weiterentwicklung der zwischen-staatlichen Beziehungen einzubringen, sagte Seele auf der Neftegaz. Denn nur durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft werde es gelingen, trotz steigender Importabhängigkeit die Versorgung Europas mit dem ökologisch vorteilhaften Energieträger Erdgas auf lange Sicht zu gewährleisten. Die WINGAS GmbH präsentiert sich auf der Neftegaz vom 21. bis 25. Juni 2004 in Halle 2 (Stand 22-25). Die WINGAS GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Wintershall AG (65 %) und der russischen OAO Gazprom (35 %). Seit 1990 sind die beiden Partner in der Gasversorgung tätig und liefern über ihr inzwischen mehr als 2.000 Kilometer langes Leitungsnetz Erdgas an Stadtwerke, größere Industriebetriebe und regionale Gasversorgungsunternehmen in Deutschland und Europa. Wintershall und Gazprom haben bis heute mehr als 2,7 Milliarden Euro in den Aufbau des WINGAS-Erdgasleitungssystems investiert. Das Pipelinenetz verbindet die großen Gasreserven Sibiriens mit den wachsenden Absatzmärkten Westeuropas und ermöglicht WINGAS außerdem den Zugang zu den sich weiter entwickelnden europäischen Spotmärkten. Mit dem Erdgasspeicher Rehden, der ein Arbeitsgasvolumen von über vier Milliarden Kubikmetern besitzt, verfügt WINGAS über rund ein Fünftel der gesamten in Deutschland vorhandenen Speicherkapazität. Der Erdgasspeicher Rehden ist der größte Erdgasspeicher Westeuropas. |
PI-04-06 - 22.06.2004Kontakt
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