BASF und Gazprom vereinbaren Tausch von UnternehmensteilenVertiefung der Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Tomsk. BASF und Gazprom werden ihre erfolgreiche Zusammenarbeit international ausweiten und intensivieren: Während der deutsch-russischen Regierungskonsultationen im sibirischen Tomsk haben die Vorstandsvorsitzenden der beiden Unternehmen, Dr. Jürgen Hambrecht und Alexej Miller, am heutigen Donnerstag (27. April 2006) im Beisein des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. "Unsere getroffene Vereinbarung zeigt, dass Russland und Deutschland aufeinander bauen. Sie trägt zu einer weiteren Entwicklung der stabilen und zuverlässigen Partnerschaft zwischen Gazprom und BASF bei," sagte Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Vorstandes der BASF Aktiengesellschaft. Alexej Miller, Vorsitzender des Vorstandes der OAO Gazprom, betonte: "Die erzielten Vereinbarungen regeln einen gleichwertigen Tausch von Vermögenswerten in der Erdgasproduktion und Vermarktung, der die strategischen Interessen der beiden Unternehmen widerspiegelt. Alle erforderlichen Verträge, die diese Vereinbarung rechtlich untermauern, sind bereits ausgearbeitet und sollen noch dieses Jahr unterzeichnet werden. Unsere Kooperation mit dem BASF-Konzern ist einzigartig und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: von der Exploration und Produktion von Erdgas in Westsibirien über den Transport durch die Nordeuropa-Gaspipeline bis zur Weiterverteilung über das gemeinsame Gasleitungsnetz in Deutschland sowie in anderen Ländern Europas. Damit eröffnen sich weitere Möglichkeiten für langfristige und zuverlässige Lieferungen russischen Erdgases nach Europa zu wettbewerbsfähigen Konditionen". BASF-Tochter erhält 35% minus eine Aktie am Gasfeld Juschno-Russkoje Die in Tomsk unterzeichnete Vereinbarung regelt nun den Tausch von wertgleichen Unternehmensteilen im Bereich Erdgasproduktion und Erdgashandel, über den BASF und Gazprom in den vergangenen Monaten intensiv verhandelt hatten. Demnach erhält die BASF-Tochter Wintershall 25% minus eine Aktie an der Gesellschaft Severneftegazprom (SNGP), welche die Lizenz am Erdgasfeld Juschno-Russkoje in Westsibirien hält. Zusätzlich erhält Wintershall weitere 10% an der Gesellschaft SNGP in Form von Aktien, welche aber nicht stimmberechtigt sind. Damit wird die BASF-Tochter insgesamt mit 35% minus einer Aktie am Erdgasfeld Juschno-Russkoje beteiligt. Das Feld Juschno-Russkoje verfügt über förderbare Reserven von mehr als 600 Milliarden Kubikmeter Erdgas und ist damit etwa dreimal so groß wie Achimgaz, ein anderes bereits bestehendes Gemeinschaftsprojekt von Gazprom und Wintershall zur Förderung von Kohlenwasserstoffen in Sibirien. Derzeit liefert die Gazprom 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr nach Deutschland. Ausgehend von dieser Liefermenge kann die Lagerstätte Juschno-Russkoje die russischen Gasexporte nach Deutschland für weitere 15 Jahre gewährleisten. Aus der Lagerstätte Juschno-Russkoje, wo bereits Seismik- und Bohrarbeiten laufen, soll erstmals 2008 Gas gefördert werden. Mit der Beteiligung an Juschno-Russkoje baut die BASF-Tochter Wintershall ihre Basis für die Erdgasproduktion signifikant und nachhaltig aus. Gazprom hält künftig 50% minus eine Aktie an der WINGAS GmbH Im Gegenzug stockt Gazprom ihren Anteil an der WINGAS GmbH auf 50% minus eine Aktie auf. Bislang hält Gazprom 35% der WINGAS-Anteile, die BASF-Tochter Wintershall 65%. Des Weiteren wird Gazprom an einer Wintershall-Gesellschaft beteiligt, welche Explorations- und Produktionsbeteiligungen in Libyen hält. Im Zusammenhang mit der Anteilserhöhung der Gazprom an der WINGAS wird auch der gemeinsam betriebene Erdgashandel entsprechend der zunehmenden Bedeutung der europäischen Vertriebsaktivitäten neu ausgerichtet. Die WINGAS konzentriert sich künftig auf den Verkauf und Vertrieb von Erdgas in Deutschland. Gleichzeitig beteiligen sich Gazprom und BASF jeweils zu 50% an einer neuen Gesellschaft (WINGAS Europa), welche den Gashandel außerhalb Deutschlands weiter ausbauen wird. Gazprom wird sich dadurch noch stärker im deutschen und europäischen Erdgasmarkt engagieren. Bereits seit 1990 sind die deutsch-russischen Partner im Handel mit Erdgas in Deutschland sowie anderen europäischen Ländern aktiv und haben seither rund drei Milliarden Euro in den Auf- und Ausbau der Infrastruktur investiert. Mehr als 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas wurden seit Gründung des Gemeinschaftsunternehmens WINGAS allein an Kunden in der Bundesrepublik geliefert; die Beteiligung der Gazprom an diesen Aktivitäten ist eine der bis heute größten Investitionen eines russischen Unternehmens in Deutschland überhaupt. Ihre Zusammenarbeit beim Ausbau der europäischen Infrastruktur haben die Unternehmen bereits im vergangenen Jahr durch die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens "North European Gas Pipeline Company" (NEGP) vorangetrieben, an dem Gazprom mit 51% und BASF mit 24,5% beteiligt sind. Die Gesellschaft soll die nordeuropäische Gaspipeline bauen, mit der auch Erdgas aus dem Feld Juschno-Russkoje nach Westeuropa transportiert werden wird. Mit der Erweiterung und Verlängerung der Erdgasbezugsverträge zwischen WINGAS und der Gazprom-Tochtergesellschaft OOO Gazexport bis Ende 2030 sind bereits im vergangenen Jahr beträchtliche Mengen russischen Erdgases für deutsche und westeuropäische Kunden gesichert worden. Damit und mit der geplanten Aufstockung ihrer Anteile an der WINGAS unterstreicht Gazprom als größter Erdgasproduzent der Welt sein langfristiges Interesse an den Absatzmärkten in Europa. Zugleich belegt die jetzt unterzeichnete Vereinbarung auch die Bereitschaft der Gazprom, für die Entwicklung stabiler, verlässlicher und langfristig angelegter Wirtschaftsbeziehungen mit deutschen Unternehmen noch mehr unternehmerische Verantwortung zu übernehmen. Russisches Erdgas wird aufgrund der rückläufigen Produktionsmengen aus der Nordsee bei gleichzeitig steigendem Bedarf immer wichtiger für Mittel- und Westeuropa. Seit über 35 Jahren beliefert Gazprom ihre europäischen Kunden. OAO Gazprom ist das führende Erdgasunternehmen der Welt. Die Hauptgebiete ihrer Tätigkeit sind Exploration, Förderung, Transport, Speicherung, Verarbeitung und Vermarktung von Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen. Die Gasreserven der Gazprom werden auf 28 TCM geschätzt, das entspricht 60 % der russischen und 16 % der Weltgasreserven. Ca. 90 % der russischen und 20 % der weltweiten Erdgasproduktion werden von der Gazprom getätigt. Der Gazprom-Anteil der Lieferungen auf den europäischen Gasmarkt beträgt 25 %, auf den russischen mehr als 70 %. Gazprom exportiert in 28 Länder. Weitere Informationen zu Gazprom im Internet unter www.gazprom.com BASF BASF ist das führende Chemie-Unternehmen der Welt: The Chemical Company. Ihr Portfolio umfasst Chemikalien, Kunststoffe, Veredlungsprodukte, Pflanzenschutzmittel und Feinchemikalien sowie Erdöl und Erdgas. Ihren Kunden aus nahezu allen Branchen hilft BASF als zuverlässiger Partner mit intelligenten Systemlösungen und hochwertigen Produkten erfolgreicher zu sein. BASF entwickelt neue Technologien und nutzt sie, um zusätzliche Marktchancen zu erschließen. Sie verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung und leistet so einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft. Im Jahr 2005 erzielte BASF mit ihren rund 81.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von über 42,7 Milliarden Euro. BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA), New York (BF) und Zürich (AN). Weitere Informationen zur BASF im Internet unter www.basf.de. Hinweis für Redaktionen: Bildmaterial ist über die Pressebilddatenbank der Wintershall unter www.wintershall.com abrufbar. Sendefähiges TV-Schnittmaterial steht Donnerstag, 27.04.06 via ATM zur Verfügung. M hoch 4 GmbH & Co KG Die Fernsehagentur Zollhof 15 40221 Düsseldorf Tel. +49 211 3027-1940 Technische Abwicklung: Schaltraum DFA +49-(0)-211-9300 629 |
27.04.2006Kontakt
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