
Mi, 10.03.2010Reportage von Kurt Neubert
hr-fernsehen, 23:40 – 0:10 Uhr
Mitten in der Nordsee, zwischen Großbritannien, Dänemark und Deutschland, 160 Kilometer von der Elbmündung entfernt, liegt Deutschlands einzige Hochseeförderplattform. Zehn Mitarbeiter einer niederländischen Betreiberfirma arbeiten und leben im Wechsel mit ihren Kollegen jeweils eine Woche an Bord der Plattform und fördern Erdgas aus einer Tiefe von 2.500 Metern. Was für alte Hasen ein Job wie jeder andere sein mag, zählt für den Außenstehenden zu den ungewöhnlichsten Arbeitsplätzen überhaupt. Allein der Weg zur Arbeit: zwei Stunden Flug im Hubschrauber über die Nordsee bis zum winzig aussehenden Landedeck der Plattform. Wer hier arbeitet, muss die strikten Sicherheitsbestimmungen genau einhalten. Denn die Crew hantiert 300 Kilometer vom Festland entfernt und 40 Meter hoch über dem meist aufgewühlten Meer mit feuergefährlichen Stoffen. Ständige Kontrollen und Krisenübungen sind überlebenswichtig. Dennoch versuchen die Männer am Abend Normalität einkehren zu lassen: Unterhaltung, Spiele, gutes Essen und gemeinsame Mahlzeiten entschädigen ein wenig für den fehlenden Kontakt zu den Angehörigen. Filmautor Kurt Neubert hat eine Woche auf der Erdgasförderplattform „A6-Alpha“ verbracht und konnte hautnah miterleben, wie unter anderem Mechaniker, Ingenieure und Laboranten auf hoher See arbeiten und leben.
Fr, 12.03.2010Arte, 8:45 – 9:15 Uhr
Wissenssendung
Die Eroberung des größten Lebensraums der Erde hat begonnen: Während Forscher in der Tiefsee auf zahllose unbekannte Lebewesen stoßen, beuten die ersten Konzerne bereits ihre Bodenschätze aus. Was wissen Meeresforscher überhaupt über diesen Teil unseres Planeten? Haben sie eine Chance, das Leben am Meeresboden zu studieren, bevor es zerstört ist?
Auf dem Forschungsschiff „Sonne“ vor Neuseeland testen Kieler Forscher den modernsten Tauchroboter der Welt: „Kiel 6000“. Er muss Belastungen standhalten, die mit denen eines Raumschiffs vergleichbar sind. Am Meeresboden stößt er auf heiße Quellen, „Schwarze Raucher“, aus denen Wasser voller Gold, Silber und Kupfer sprudelt. Doch es wimmelt dort auch von unbekannten, wunderschönen Lebewesen. Unter der „Sonne“ liegen die Goldminen der Zukunft – die schon bald abgebaut werden sollen.
Französische Biologen vom Meeresforschungsinstitut Ifremer fördern mit jeder Expedition in die Weltmeere neue Tierarten zutage. Im Labor in Brest untersuchen sie die bizarren Wesen – bis zu 100 Millionen Arten vermuten sie in der Tiefsee. Bis 2010 wollen Forscher weltweit alle zählen. Sie zeigen in „X:enius“ den „Census of Marine Life“. Für Medizin und Biotechnologie sind die Tiefseeorganismen von ungeahntem Wert.
Im Sommer 2007 platzierte ein U-Boot die russische Flagge am Meeresboden, exakt am Nordpol. Ein Streit entbrannte mit Kanada, Norwegen und Dänemark, da unter dem Eis der Arktis enorme Mengen Erdöl und Gas vermutet werden. Wem gehören die Rohstoffe der Tiefsee?
Fr, 12.03.2010 |  |

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 Die Bergbauexperten Nadia Golz und Hartwig Gielisch in Samdih Bild: ZDF/© Sven Kiesche
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Dokumentation von John Kantara, Deutschland 2009.
Arte, 21:45 – 22:40 Uhr
Kohleflözbrände sind ein globales Problem. Wenn die Kohle erst einmal unter der Erde brennt, ist sie kaum löschbar, schwer zu orten und fast nicht zu kontrollieren. Die Ursachen reichen vom Blitzeinschlag bis zur Selbstentzündung. Und die durch Kohlenbrände ausgelöste Umweltverschmutzung ist gewaltig und trägt stark zur Klimaveränderung bei: Pro Jahr pusten die Kohlefeuer alleine in China bis zu 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft – mehr als alle deutschen und französischen Automobile zusammen.
Kohle kann sich selbst entzünden. Wo ein Flöz nahe an der Erdoberfläche liegt, reagiert die Kohle mit dem Luftsauerstoff und dabei wird Wärme frei. Kann die Wärme nicht abgeleitet werden, entsteht das Feuer spontan und brennt oft jahrzehntelang weiter. Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius lassen dann sogar Gestein schmelzen. Im Norden Chinas, dicht an der Grenze zur Inneren Mongolei, brennen in einer unwirtlichen, fast menschenleeren Wüstengegend über 750 Kohleflöze auf einer Länge von fast 5.000 Kilometern. Im Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) ist man fest entschlossen, den Kohlefeuern den Garaus zu machen. Temperatursensible Satelliten sind für das DFD im Einsatz, um die schlecht kartographierte Gegend und vor allem die Brände rund um die Helanberge als Hitzekarten sichtbar zu machen. Dabei kommen auch Infrarot- und Mikrowellensensoren zum Einsatz.
Temperaturschwankungen, Bodensenkungen und Gasausstöße können so festgestellt werden. Das Ziel: Bis 2020 wollen die Chinesen mit deutscher Hilfe alle Brände geortet und gelöscht haben.
Fr, 12.03.2010Dokumentation von Anne Gellinek und Roland Strumpf (2010)
Phoenix, 22:30 – 23:00 Uhr
Zwei Männer sind angetreten und wollen Deutschland, ja sogar ganz Westeuropa besser mit Erdgas versorgen. Die Rede ist von Gerhard Schröder, dem ehemaligen Bundeskanzler, und Joschka Fischer, dem früheren Außenminister. Einst haben sie zusammen Politik gemacht, jetzt sind beide im Gasgeschäft gelandet. Der eine wirbt für NORDSTREAM, der andere verdingt sich bei NABUCCO. Beides sind ehrgeizige Pipeline-Projekte, durch die künftig das Gas Richtung Westen strömen soll.
Früher waren sie gemeinsam in der deutschen Regierung, jetzt stehen sich Schröder und Fischer als Rivalen gegenüber. Bereits in drei Jahren soll durch NORDSTREAM das Gas aus dem bitterkalten Sibirien in einer Pipeline unter der Ostsee nach Deutschland strömen. NABUCCO dagegen ist ein Projekt, das Europas Abhängigkeit vom „russischen Bären“ eindämmen soll. Über 3000 Kilometer soll die Pipeline Erdgas aus der Region des Kaspischen Meeres – unter Umgehung von Russland – nach Westen leiten. Schröder und Fischer sind sich treu geblieben: Der ehemalige Kanzler setzt weiterhin auf die gute Zusammenarbeit mit dem Kreml, sein Außenminister dagegen favorisiert die Unabhängigkeit des Westens von Russland – und verbal beharken sich beide, wo sie nur können. NORDSTREAM und NABUCCO sind Mammutprojekte – technisch, wirtschaftlich und finanziell, und beide Projekte kämpfen darum, das bessere und das erfolgreichere zu sein. Anne Gellinek und Roland Strumpf haben den Kampf um Gas und politischen Einfluss von den Förderfeldern in Sibirien und am Kaspischen Meer bis nach Deutschland verfolgt.
Di, 16.03.2010 |  |

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 Mitten in Leipzig: Der ehemalige „Schacht Dölitz“. Bild: MDR/Axel Berger
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MDR Fernsehen, 20:45 – 21:15 Uhr
Film von Michael Erler
„Der Osten – Entdecke wo du lebst“ lädt die Zuschauer des MDR ein, ihre Heimat neu zu entdecken, sie zu erleben und besser zu verstehen. Präsentiert von Robert Burdy, erzählt die neue Reihe Geschichten aus Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur: Ereignisse, die bewegten und bewegen, aber auch Neues und Unbekanntes. Burdy ist an den Orten des Geschehens und vermittelt auf unterhaltsame Art Wissenswertes aus dem Osten Deutschlands.
Unter dem Zentrum Leipzigs liegen in ca. 100 Metern Tiefe über eine Milliarde Tonnen Braunkohle. Ein Schatz, an den die DDR-Führung unbedingt kommen wollte – und musste. Hartnäckig hält sich bis heute das Gerücht, Leipzig sollte wegen der Kohle zu großen Teilen abgebaggert werden. Was ist dran an dieser Geschichte? In „DDR – Braunkohle um jeden Preis“ geht Robert Burdy dieser Frage nach.
Braunkohle war in der DDR Treibstoff ganzer Industriezweige: Aus Braunkohle wurde Energie erzeugt. Nach dem Bau der „Drushba-Trasse“ rechnete die DDR ab Mitte der 70er Jahre jedoch mit unerschöpflichen Erdölströmen aus der Sowjetunion; sie sollten alle Energieprobleme des Landes lösen. Doch mit der Ölkrise versiegte die „preiswerte Ölquelle“, die DDR musste beim „großen Bruder“ Öl zum Weltmarktpreis kaufen. Von diesem Zeitpunkt an wurden Kraftwerke, Heizwerke und Großbetriebe wieder auf heimische Rohbraunkohle umgestellt. Riesige Tagebaue wurden erschlossen. Brikettfabriken, die längst hätten stillgelegt werden müssen, arbeiteten rund um die Uhr. Mit Technik, die teilweise aus der Kaiserzeit stammte.
Ohne Rücksicht auf die Menschen und ihre Heimat wurden die Kohlegruben ausgebeutet und neue Tagebaufelder geplant und vermessen. Teilweise unter strengster Geheimhaltung: Selbst die örtlichen Verwaltungen sträubten sich gegen diese „radikale Auskohlung“. Jahr für Jahr fraßen die Bagger riesige Löcher in die Landschaft. Bei Markkleeberg erreichten sie die ersten Vororte von Leipzig. Im Süden der Stadt wich der Auwald einem riesigen Tagebau, die Kleinstadt Zwenkau stand schon zur Disposition. Im Norden von Leipzig erfolgte der Aufschluss des Großtagebaus Breitenfeld, dem selbst die Autobahn A 14 weichen sollte. Diese Zerstörungen hätten den Grundwasserspiegel im Stadtzentrum Leipzigs um mehrere Meter sinken lassen. Schließlich verhinderten die Ereignisse vom Herbst 1989 die Realisierung all dieser Pläne ...
Der Film bewegt sich im Spannungsfeld zwischen heute und gestern, deckt die geheimen Pläne aus DDR-Zeiten auf, berichtet über Spätfolgen und zeigt, wie sich einst geschundene Mondlandschaften heute verwandeln.
Mo, 22.03.2010Bayerisches Fernsehen, 6:30 – 7:00 Uhr
Ein Beitrag zum PCB-Unterricht der 9. Klasse Hauptschule und den entsprechenden Jahrgangsstufen der Realschulen und Gymnasien.
Erdöl ist der wichtigste Primärenergieträger in Deutschland und gerade für den Individualverkehr noch lange unentbehrlich. Deutschland verfügt über bedeutende Kohlevorkommen. Wegen der hohen Förderkosten wurde der Kohleverbrauch in den letzten Jahrzehnten zugunsten anderer Energieträger zurückgedrängt. Zu ihnen zählt das meist zusammen mit Erdöl gebildete Erdgas, das wegen seines leichten Transports, der unmittelbaren Verwendbarkeit und auch aus Umweltschutzgründen zunehmend Verwendung findet. Alle fossilen Energieträger entwickeln bei ihrer Verbrennung das Gas Kohlenstoffdioxid, das zum großen Teil zum antropogenen Treibhauseffekt mit möglicherweise katastrophalen Folgen für das Erdklima beiträgt. Nur durch Energieeinsparung und Verwendung umweltfreundlicher Energieträger lassen sich diese Folgen vermeiden.
Fr, 26.03.20103sat, 21:30 – 22:00 Uhr
Moderation: Peter Nemec.
Wird 2010 für Russland das Jahr des großen Comebacks? Das selbst erklärte ehrgeizige Ziel, wieder zu den fünf größten Volkswirtschaften der Welt aufzuschließen, verfolgen die Russen hartnäckig. In Moskau hört man dieser Tage nur noch ein Wort: Modernisierung. Russlands Präsident Dmitri Anatoljewitsch Medwedew hat Korruption und Schlendrian den Kampf angesagt. Auch den Alkoholmissbrauch will er – ähnlich wie Michail Sergejewitsch Gorbatschow in den 1980er Jahren – verbieten. Für die Deutschen rückt in diesem Frühjahr Sibirien ein Stückchen näher. Denn Anfang April beginnt der Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline. Ohne Umwege soll künftig Gas aus Sibirien direkt nach Deutschland fließen. Schon jetzt profitieren Rohstoffaktien an Moskaus Börse. So setzen Analysten große Erwartungen in Moskaus Aktienmarkt.
So, 28.03.2010Dokumentation von Jan Hinrik Drevs.
Phoenix, 10:30 – 11:15 Uhr
Für Ponys und Pullover sind die Shetland-Inseln bekannt. Weniger bekannt ist, dass die Inselbewohner als kleine „Ölbarone“ vom Umschlag des Schwarzen Goldes profitieren. Es ist das Öl der Nordseeplattform, das Geld bringt. Über Pipelines wird der Rohstoff hierher gepumpt und im Ölterminal von Sullom Voe auf Tanker verladen. Der Ölboom in den 70er Jahren brachte Tausende Jobs auf die Inseln.
Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.