WINGAS
 
Suche


Unternehmen
Handel
Netz
Transport
Speicherung
Karriere
Presse
Infothek
Engagement
Lieferanten

Die Totale Aufklärung. Moskauer Konzeptkunst 1960–1990.

21. Juni–14. September 2008, SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT


Die Moskauer Konzeptkunst und ihre Vertreter sind bei uns in Deutschland bisher noch wenig bekannt. Denn die Künstler der damaligen Sowjetunion, deren Programm nicht den Vorgaben der herrschenden Ästhetik des Sozialistischen Realismus entsprach, arbeiteten im Untergrund. Mit der Ausstellung „Die totale Aufklärung: Moskauer Konzeptkunst 1960–1990“ ließ die renommierte SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT dieser Facette der russischen Gegenwartskunst die Aufmerksamkeit zuteil werden, die sie verdient.  Kurator der Ausstellung ist Boris Groys, der den Begriff des „Moskauer Konzeptualismus“ entscheidend mitgeprägt hat und selber als Künstler tätig war. Heute ist er Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und Professor für „Russian and Slavistic Studies“ an der New York University.

WINGAS, setzt mit der Förderung dieser Schau ihr kulturelles Engagement fort, das ein Forum für den Dialog zwischen den Kulturen schafft. Die Ausstellung bietet dafür ideale Voraussetzungen: sie zeigt nicht nur eine relativ unbekannte Facette der russischen Gegenwartskunst sondern präsentierte auch Werke, die auf die Interaktion mit dem Betrachter und damit auf die aktive Auseinandersetzung zielen.

Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT ist mit über 170 Ausstellungen seit 1986 eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Europas für moderne Kunst. Mit der Schau setzte die SCHIRN ihre Reihe von Ausstellungen fort, die sich bereits mit der russischen Avantgarde („Die große Utopie“) wie auch der visuellen Kultur der Stalinzeit („Traumfabrik Kommunismus“) auseinander gesetzt haben.

Die Totale Aufklärung.



Der Moskauer Konzeptualismus begann bereits Ende der sechziger Jahre im sowjetischen Untergrund, wobei sich in den künstlerischem Aktionen, Installationen und Texten die distanzierende Erfahrung der sowjetischen Kultur – die existentielle Erfahrung, Teil eines politischen Konzeptes zu sein – widerspiegelt. Der Moskauer Konzeptualismus operiert parallel zur westeuropäischen Konzeptkunst. Diese distanzierte sich in den 70er Jahren vehement von dem romantischen Bild des subjektiv agierenden Künstlergenies und setzte stattdessen auf die aktive Einbeziehung des Betrachters in den Werkprozess. Es war der Versuch, nicht Kunstobjekte zu produzieren, sondern die Prozesse der Herstellung und die Bedingungen der Rezeption von Kunst sichtbar zu machen. Boris Groys stellte nach seiner Emigration in den Westen mit seinen Publikationen die sowjetische konzeptuelle Poesie, Literatur und Kunst einem westlichen Publikum vor.