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Nord Stream: Pipeline durch die Ostsee ist vorrangiges Energieprojekt der Europäischen Union

  • Projekt tritt in eine neue Phase ein
  • Technisches Konzept verabschiedet
  • Genehmigungsprozess startet im November
  • Gesellschaft erhält mit Nord Stream neuen Namen
  • Unternehmenssitz in der Schweiz offiziell eröffnet

Zug. Die Europäische Union benötigt in den kommenden Jahren zunehmend mehr Erdgas zur Energieversorgung. Damit Europa mit diesen zusätzlichen Mengen zuverlässig und sicher versorgt werden kann, ist nach Einschätzung der EU der zügige Ausbau der Transport-Infrastruktur notwendig. Die EU-Kommission hat daher die geplante Pipeline durch die Ostsee kürzlich als vorrangiges Energieprojekt von gesamteuropäischem Interesse eingestuft und als Schlüsselprojekt für die künftige Energieversorgung Europas in die so genannte TEN-E-Liste (Transeuropäisches Netzwerk der Energie) aufgenommen. Matthias Warnig, Geschäftsführer der zur Planung, Bau und Betrieb der Pipeline gegründeten Gesellschaft, begrüßte die Entscheidung am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Zug: „Unsere Pipeline trägt wesentlich zur sicheren Energieversorgung Europas in den nächsten Jahrzehnten bei. Wir können rund ein Viertel des zusätzlichen Bedarfs in der EU im Jahr 2015 decken. Dies findet seinen Ausdruck in dem für uns wichtigen TEN-Status.“ Gleichzeitig versicherte Warnig, die Zusammenarbeit mit den Arainerstaaten der Ostsee und der EU bei Planung und Bau der Pipeline weiter zu verstärken. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase würden nun die erforderlichen Schritte zur Umsetzung des Projektes eingeleitet. Die von Gazprom (51%), Wintershall und E.ON Ruhrgas (jeweils 24,5%) gegründete Gesellschaft hat am Mittwoch unter dem neuen, umbenannten Namen Nord Stream AG ihren Unternehmenssitz in Zug / Schweiz offiziell eröffnet.

Technisches Konzept verabschiedet

Das technische Konzept sieht Rohre mit einem Außendurchmesser von 1220 mm und einen Betriebsdruck von bis zu 220 bar vor. Die Pipeline wird ohne Verdichterstation auf dem Meer arbeiten. Für Wartungszwecke wird eine Riserplattform errichtet. Die Gesamtinvestitionen umfassen rund 6 Mrd. Euro.

Genehmigungsverfahren wird eröffnet

In den vergangenen sechs Monaten wurde in mehreren Treffen mit den Behörden von Ostseeanrainerstaaten das Genehmigungsverfahren intensiv vorbereitet. Dem entsprechend erfolgt Mitte November dieses Jahres die Notifizierung des Projekts in den Ländern, die vom Vorhaben direkt betroffenen sind. Diese sind Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland, durch deren ausschließlichen Wirtschaftszonen (EEZ) bzw. Territorialgewässer der Leitungsverlauf geplant ist. Nach Beteiligung der Öffentlichkeit werden die Länder in wenigen Monaten ihren detaillierten Untersuchungsbedarf mitteilen. Entsprechende Umweltverträglichkeitsprüfungen finden im gesamten Trassenverlauf statt. Momentan laufen auf der Basis von Helcom-Daten detaillierte Felduntersuchungen zur Erfassung des maritimen Umfelds einschließlich Fauna, Flora, Wasser und Sedimenten entlang des Trassenverlaufes. Im Herbst 2007 wird die Nord Stream AG einen umfassenden Umweltbericht übergeben.

Gesellschaft erhält mit Nord Stream neuen Namen

Der neue Name Nord Stream löst den bisherigen Arbeitstitel NEGP ab. Er reflektiert die Mission des Projektes, mit einer effizienten Infrastruktur den zuverlässigen Transport des umweltfreundlichen Energieträgers Erdgas von Sibirien nach Nordeuropa zu gewährleisten. Nord Stream ist mit seinen vielfältigen Bezügen zum Maritimen für ein wichtiges Pipelineprojekt durch das Meer gut geeignet.

Das Logo stellt in Form und Farben Verbindungen zum Meer, zu Gasleitungen und Energieströmen her. Es soll Projektwerte wie Sicherheit, Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Offenheit vermitteln.

Unternehmenssitz in der Schweiz eröffnet

Für die Gesellschafter des Joint Venture war es wichtig, sich in keinem der Länder niederzulassen, die durch das Projekt berührt sind. Die Schweiz hat sich dafür mit ihrem international anerkannten Rechtssystem für dieses europäische Projekt angeboten. Am Unternehmenssitz in Zug werden mehr als drei Viertel der rund 70 Mitarbeiter der Gesellschaft tätig sein.

Nach der Ernennung von Matthias Warnig zum Geschäftsführer im März dieses Jahres wurden unterdessen die Direktoren für die Geschäftsbereiche benannt. Zukünftig zeichnen für Technik Sergey Serdyukov (vormals Gazprom), für die Finanzen Paul Corcoran (vormals Wintershall) und für den Einkauf Henning Kothe (vormals E.ON) verantwortlich. Das noch zu eröffnende Büro der Nord Stream AG in Moskau wird von Vitaliy Yusufov (vormals Gazexport) geleitet.



Hinweis für Journalisten

Nord Stream wird die russische Ostseeküste bei der Stadt Wyborg mit der deutschen Ostseeküste in Höhe von Greifswald verbinden. Die Leitung hat eine Länge von rund 1.200 Kilometer. 2010 soll Nord Stream in Betrieb gehen, wobei zunächst ein Leitungsstrang mit einer Transportkapazität von rund 27,5 Mrd. Kubikmetern Erdgas pro Jahr gebaut wird. In der zweiten Phase wird die Transportkapazität mit einem zweiten Leitungsstrang auf rund 55 Mrd. Kubikmeter pro Jahr verdoppelt.



Weitere Informationen unter www.nord-stream.com.







Nord Stream - 04.10.2006

Kontakt
Jens D. Müller
Nord Stream AG
Tel. +49 173 3 29 55 06
 
Irina Vassilieva
Tel. +7 916 133 87 81
press(@)nord-stream.com
 
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Hintergrund



Nord Stream: Neue Wege der Gasversorgung für Europa.
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