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 470 Kilometer lang, ein Durchmesser von 1,40 Meter und eine Transportkapazität von mehr als 35 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr: Die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (kurz: OPAL) ist eine der größten deutschen und auch europäischen Energie-Infrastrukturmaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte – und wird einen wesentlichen Beitrag zu sicheren Energieversorgung Europas leisten. Die OPAL soll 2011 fertig gestellt werden und dann in Greifswald Erdgas von der durch die Ostsee führenden Erdgasleitung Nord Stream übernehmen und in Richtung Olbernhau an der deutsch-tschechischen Grenze transportieren. Die OPAL wird die Ostseepipeline mit den bestehenden Erdgastransportsystemen vernetzen. Die WINGAS GmbH & Co. KG baut die Pipeline im Auftrag der OPAL NEL TRANSPORT GmbH und der E.ON Ruhrgas AG.
Aufgrund des steigenden Bedarfs, aber der gleichzeitig sinkenden Eigenproduktion, müssen nach Untersuchungen der Internationalen Energieagentur (IEA, World Energy Outlook 2007) allein bis zum Jahr 2015 rund 75 Prozent des europäischen Bedarfes durch Erdgasimporte gedeckt werden. Zur sicheren Versorgung mit Energie sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union daher in immer größerem Umfang auf Erdgasimporte angewiesen. Neben Zugang zu Erdgasquellen und langfristigen Lieferverträgen mit Produzenten spielen vor allem die Transportwege eine entscheidende Rolle für die zukünftige Versorgung. Eines der Schlüsselprojekte für die künftigen Energieversorgung Deutschlands und Europas ist der Bau der durch die Ostsee führenden Erdgasleitung Nord Stream. Wichtiger Bestandteil dieses Infrastrukturprojektes ist die weitere Verbindung mit den europäischen Ferngasleitungen durch die OPAL und die ebenfalls geplante Norddeutsche Erdgas-Leitung (NEL), die von Greifswald bis nach Achim bei Bremen führen soll.
In Zukunft könnte fast ein Drittel der erwarteten zusätzlichen Importnachfrage in Europa durch die Lieferungen aus Nord Stream, OPAL und NEL gedeckt werden. „Mit diesen Projekten leistet WINGAS einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung Europas mit Energie“, erklärt Dr. Rainer Seele, Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung. „Schon jetzt hat sich diese Infrastruktur zu einer Drehscheibe des europäischen Erdgastransportes entwickelt – von diesem Ausbau können nun auch weitere Regionen profitieren." Das WINGAS TRANSPORT-Erdgasleitungsnetz ist direkt mit den großen europäischen Transitleitungen aus Russland und der Nordsee verbunden und zudem mit den europäischen Handelsplätzen in Belgien, den Niederlanden und Großbritannien vernetzt.

 Die Planungen für die Erdgasleitung OPAL schreiten weiter voran: Nach dem Abschluss der Raumordnungsverfahren laufen derzeit in allen drei beteiligten Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg die Planfeststellungsverfahren. Die ersten behördlichen Genehmigungen werden im Frühsommer diesen Jahres erwartet - anschliessend soll mit dem Bau der OPAL begonnen werden. Mit den Investitionen fördert WINGAS auch die regionale Wertschöpfung: Während die Hauptbauaufträge für die Verlegung der Pipeline an ausgewiesene Spezialfirmen vergeben werden, ist es üblich, dass diese Firmen wiederum Teile der Bauaufträge an Subunternehmen vor Ort weiterreichen.
Nach dem Ende der Bauarbeiten folgt die Rekultivierungs- und Renaturierungsphase. Die Entwicklung und Pflege der Kompensationsflächen für Naturschutz und Forstwirtschaft – die bereits im Genehmigungsverfahren von den Behörden festgelegt werden – betreut WINGAS über lange Jahre. „Die Fernleitungen nehmen nicht den kürzesten, sondern den für die Anforderungen von Mensch und Umwelt sinnvollsten Weg“, erläutert der WINGAS-Geschäftsführer. „Die Planung einer Erdgastrasse erfolgt unter Beachtung und Berücksichtigung von ökologisch wertvollen Bereichen und Infrastrukturelementen wie Verkehrswegen und bebauten Flächen sowie unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit der jeweiligen Region.“ Darüber hinaus berücksichtigen die Planungen landschaftliche Gegebenheiten – im Wald wird beispielsweise ein schmalerer Arbeitssteifen angelegt als auf der freien Fläche. Die Trassenfindung ist das Ergebnis eines Dialogs zwischen den zuständigen Behörden und den Bauträgern. Nach der ersten Detailplanung werden die Grundstückseigentümer angesprochen und die erforderlichen Wegerechte erworben. Aber nicht nur bei der Planung, sondern auch beim Bau und Betrieb der Leitung berücksichtigt das Unternehmen aus Kassel ökologische Aspekte. „Wir halten uns an alle nationalen Gesetze zu Umweltschutz und Sicherheit und beachten zusätzlich unsere eigenen hohen anerkannten Standards“, so Dr. Rainer Seele. Dazu gehört das beauftragte Firmen sich ebenfalls diesen strengen Richtlinien verpflichten und sehr hohe Qualitätsstandards erfüllen müssen. „Im Interesse des Umweltschutzes werden die Eingriffe in Natur und Landschaft so gering wie möglich gehalten.“ Der Bau wird über den gesamten Zyklus hinweg, von der Vorbereitung bis zur Renaturierung und Rekultivierung der Arbeitstrasse, durch eine ökologische Baubegleitung bei der Umsetzung von landschaftsökologisch verträglichen bautechnischen Lösungen unterstützt. Seele: „WINGAS verfügt über jahrzehntelange Erfahrung und Kompetenz im Fernleitungsbau – wir wissen, was wir machen.“

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