WINGAS plant Millioneninvestitionen in den Bau von neuen Erdgasspeichern in Europa
Amsterdam/Kassel. Mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe wird die Erdgashandelsgesellschaft WINGAS neue Erdgasspeicher in Europa bauen und so einen nachhaltigen Beitrag für eine sichere Energieversorgung Europas leisten. Das kündigte Dr. Rainer Seele, Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung, jetzt anlässlich der World Gas Conference in Amsterdam an. Die meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind in den kommenden Jahren in stark wachsendem Umfang auf den Import von Erdgas angewiesen. Erdgasspeicher garantieren dabei die stabile Verfügbarkeit des benötigten Erdgases, da sie den Ausgleich zwischen Gasproduktion und -verbrauch möglich machen. In Spitzenverbrauchszeiten können zusätzliche Gasmengen aus den Speichern ins Leitungsnetz strömen und in schwachen Verbrauchszeiten die Speicher mit überschüssigen Mengen wieder gefüllt werden. Neben dem größten Erdgasspeicher Westeuropas, den die WINGAS bereits im norddeutschen Rehden betreibt, baut das Unternehmen jetzt neue Naturgasspeicher in Österreich (Haidach) sowie England (Saltfleetby) und prüft den Bau eines weiteren Erdgasspeichers nahe der deutsch-niederländischen Grenze in Jemgum. WINGAS kann damit rund 30 Prozent ihres Jahresabsatzes zur Absicherung in Speichern vorhalten. "Mit unserer Strategie des marktnahen Ausbaus von Speicherkapazitäten gehen wir bei WINGAS zur Versorgung unserer Kunden mit Erdgas auf Nummer sicher", begründete Seele den Schritt seines Unternehmens. Ingesamt schafft WINGAS mit ihren Kooperationspartnern Speicherkapazität für bis zu 8 Milliarden Kubikmeter Erdgas in Europa. WINGAS beliefert Kunden in Deutschland und Westeuropa, vor allem Regionalversorger, Stadtwerke und Industriekunden. Das Unternehmen verfügt mit dem Erdgasspeicher Rehden südlich von Bremen bereits über den größten Speicher Westeuropas. Auf einer Fläche von acht Quadratkilometern können dort in 2000 Meter Tiefe mehr als vier Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden. Der Umbau der Erdgaslagerstätte Haidach nahe der deutsch-österreichischen Grenze in einen Erdgasspeicher hat bereits begonnen. Dazu wurde bereits ein Joint-Venture-Vertrag mit der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) und der OOO Gazexport geschlossen. WINGAS wird ihre Speicherkapazitäten im Speicher Haidach unter anderem zur Strukturierung und Absicherung ihrer Lieferungen nach Süddeutschland einsetzen. Im Speicher Haidach werden bis zu 2,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert. Damit wird nach dem WINGAS-Speicher in Rehden auch der zweitgrößte Erdgasspeicher Mitteleuropas bzw. der größte Österreichs unter Beteiligung der WINGAS realisiert. Mit dem Ende 2004 erworbenen Erdgasfeld Saltfleetby steht ein weiterer Ausbau der europäischen Erdgasspeicherkapazitäten an. Zum Jahresende 2005 wurden die Untersuchungen zur Umwandlung in einen Erdgasspeicher abgeschlossen. Nach Erteilung der öffentlich-rechtlichen Genehmigungen, die im Sommer erwartet wird, können die Baumaßnahmen beginnen. Der Speicherbetrieb wird voraussichtlich 2008 aufgenommen. Im Speicher Saltfleetby werden mehr als 700 Millionen Kubikmeter Erdgas gespeichert. Neuer Speicher an der deutsch-niederländischen Grenze geplant Im norddeutschen Jemgum in der Nähe von Leer soll in den nächsten Jahren ein neuer Erdgasspeicher entstehen. Die Region um Jemgum ist durch unterirdische Salzstöcke für die Speicherung von Erdgas besonders gut geeignet. Die geologischen Bedingungen ermöglichen es, in Tiefen zwischen 1.000 und 1.500 Metern Kavernen einzurichten. "Wir schaffen Werte und investieren nachhaltig in unser Geschäft. Der Speicher Jemgum soll ein weiteres Kernstück in unserem Portfolio für die langfristige Versorgungssicherheit unserer deutschen und westeuropäischen Kunden werden", erläuterte Seele. Pipelines in Nordrhein-Westfalen werden jetzt ausgebaut Das WINGAS-Transportsystem schafft die Verbindung zwischen dem europäischen Erdgasmarkt und den russischen Gasquellen in mehr als 5.000 Kilometern Entfernung. Nach nur 20 Monaten Bauzeit ist im April 2006 die Erweiterung der Erdgasleitung STEGAL (Sachsen-Thüringen-Erdgas-Leitung) abgeschlossen worden. Für rund 200 Millionen Euro hat WINGAS die für den Erdgastransport bedeutende Ost-West-Trasse ausgebaut. Die Transportkapazität der Transit-Pipeline ist mit dem Ausbau um mehr als 50 Prozent gestiegen. Der Ausbau der STEGAL ermöglicht es, dem wachsenden Importbedarf Rechnung zu tragen. Künftig können deutlich größere Mengen russischen Erdgases über die Pipeline durch die deutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen bis nach England, Belgien und Frankreich transportiert werden. Für zusätzlich rund 50 Millionen Euro wird derzeit auch die durch Nordrhein-Westfalen führende Erdgasleitung WEDAL (West-Deutschland-Anbindungs-Leitung) ausgebaut. Es ist vorgesehen, die Kapazität dieser Pipeline durch den Bau einer zusätzlichen Verdichterstation um etwa 30 Prozent zu erhöhen. WINGAS bekommt erste Erdgaslieferungen über die NEGP Die meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind in wachsendem Umfang auf den Import von Erdgas angewiesen. "Die beschaffungsseitige Absicherung ist daher ein wesentlicher Eckpfeiler unserer wachstumsorientierten Vertriebsstrategie", erläuterte der WINGAS-Geschäftsführer. WINGAS deckt ihren Bedarf überwiegend im Rahmen langfristiger Bezugsverträge. In 2005 betrug der Gesamtbezug 223,7 Mrd. kWh und lag damit um 8 Prozent über der Vorjahresmenge. Die kontrahierten Mengen stammen zu 69 Prozent aus russischen Quellen und werden von OOO Gazexport geliefert. WINGAS bezieht das russische Erdgas bereits seit mehreren Jahren über verschiedene, voneinander unabhängige Importrouten, den größten Teil über die nördliche durch Weißrussland und Polen führende Jamal-Europa-Pipeline. "Diese Diversifizierung hat unter anderem dazu beigetragen, dass WINGAS in Zusammenarbeit mit der Gazprom trotz der Anfang 2006 in der Ukraine reduzierten Gastransitmengen alle Kunden sicher und in vollem Umfang versorgen konnte", erklärte Seele. Zur weiteren Stärkung der Versorgungssicherheit und zur langfristigen Deckung des steigenden Erdgasimportbedarfs in Deutschland und Westeuropa soll die "Nordeuropäische Gasleitung" (NEGP) gebaut werden. Die NEGP soll vom russischen Wyborg über 1.200 Kilometer durch die Ostsee verlegt werden und an der deutschen Ostseeküste in der Region Greifswald anlanden. "Durch diese Pipeline mit Direktanschluss an die sibirischen Gasvorkommen wird Europa eine neue zuverlässige Importroute für den wachsenden Erdgasbedarf erhalten", sagte Seele. WINGAS hat bereits heute mit OOO Gazexport erste Lieferungen über die NEGP vereinbart. Ab Inbetriebnahme, die für das Jahr 2010 vorgesehen ist, plant WINGAS über einen Zeitraum von 25 Jahren jährlich zusätzlich zu bestehenden Liefermengen bis zu 9 Milliarden Kubikmeter Erdgas über die NEGP zu beziehen. "Darüber hinaus beziehen wir zur Diversifizierung unseres Beschaffungsportfolios Gas aus der Nordsee. Allein 2005 haben wir Gasbezüge aus Vorkommen in der Nordsee mit einem Gesamtvolumen von über 10 Milliarden Kubikmetern neu vereinbart", berichtete Seele. Neben der italienischen ENI bezieht WINGAS Erdgas von weiteren Nordseeproduzenten wie ConocoPhillips, Shell, Exxon Mobil und Norsk Hydro. Überdurchschnittliche Erfolge in der Erdgasvermarktung Mit den Investitionen in Speicher und Infrastruktur will WINGAS ihren im Wettbewerb errungenen Vermarktungserfolgen Rechnung tragen. "Denn auch im ersten Halbjahr 2006 hat WINGAS ihren seit Jahren ungebrochenen Wachstumstrend beim Erdgasverkauf fortgesetzt.", berichtete Seele. WINGAS ist mit einer herausragenden Mengenbilanz in das Jahr 2006 gestartet und konnte ihren Erdgasabsatz im ersten Quartal dieses Jahres auf 76,0 (1. Q. 2005: 67,6) Milliarden Kilowattstunden steigern. Davon entfielen 49,9 (1. Q. 2005: 46,1) Milliarden Kilowattstunden auf den Absatz in Deutschland und 26,1 (1. Q. 2005: 21,5) Milliarden Kilowattstunden auf den Auslandsmarkt. Im Jahr 2005 hat die WINGAS GmbH ihre Erdgasverkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 24,2 Milliarden Kilowattstunden oder 13 Prozent auf 213,5 Milliarden Kilowattstunden gesteigert. Die Lieferungen an Kunden im deutschen Markt betrugen 132,3 Milliarden Kilowattstunden. Mit einem Absatzplus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist es WINGAS erneut gelungen, stärker als der Gesamtmarkt in Deutschland zu wachsen. Im Auslandsgeschäft wurde ebenfalls die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre fortgesetzt. Die Verkaufsmengen konnten gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 81,2 Mrd. kWh gesteigert werden. Aufgrund des überproportionalen Wachstums des europäischen Geschäftes erhöhte sich der Auslandsanteil am Gesamtabsatz der WINGAS von 34 auf 38 Prozent. Im Rahmen der Akquisitionstätigkeit wurden in 2005 eine Reihe von Erdgaslieferverträgen verlängert und neu abgeschlossen. Besondere Erfolge konnte WINGAS dabei im Kraftwerksbereich erzielen. So wurden langfristige Lieferverträge zur Versorgung zweier neuer hocheffizienter und umweltfreundlicher Gas- und Dampfturbinenkraftwerke in Nordrhein-Westfalen unterzeichnet. Der Gesamtumfang der im Jahr 2005 mit 12 Neukunden abgeschlossenen Erdgaslieferverträge erreicht 16,4 Mrd. kWh/Jahr im Plateau. Hierin sind Vertragsverlängerungen und Mengenaufstockungen mit bestehenden Kunden nicht enthalten. Die Vermarktungsaktivitäten sind nicht nur auf den unmittelbaren Einzugsbereich des eigenen Pipelinenetzes beschränkt. Vielmehr werden bereits seit mehreren Jahren die Chancen der sich öffnenden europäischen Gasmärkte konsequent genutzt. Unter Inanspruchnahme fremder Leitungssysteme können so auch nicht direkt erreichbare Kunden beliefert werden. Im Jahr 2005 wurden mehr als 50 Kunden in Deutschland und dem angrenzenden Ausland außerhalb des WINGAS-Netzgebietes versorgt. Versorgungssicherheit für Europa "Die Kernkompetenzen der WINGAS, konkurrierende Investitionen, leistungsfähige Infrastruktur und langfristig gesicherte Erdgasverfügbarkeit, werden auch außerhalb Deutschlands zunehmend nachgefragt", bilanzierte der WINGAS-Geschäftsführer. So konnte WINGAS in der endkundennahen Vermarktung im europäischen Ausland ihre Positionen weiter ausbauen. Die hier abgesetzten Mengen konnten gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden. In Tschechien ist der Markteintritt durch Abschluss eines Liefervertrages mit einem Industriekunden gelungen. Während WINGAS in Frankreich und Österreich direkt aktiv ist, werden die Märkte in Belgien und Großbritannien über die Tochtergesellschaft WINGAS Belgium s.p.r.l., Brüssel, bzw. über das gemeinsam mit Norsk Hydro betriebene Joint Venture HydroWingas Ltd., Richmond, bearbeitet. "Trotz der teilweise noch immer zögerlichen Marktöffnung in einigen EU-Mitgliedstaaten ist es WINGAS gelungen, sich im europäischen Wettbewerb zu etablieren", erläuterte Seele. WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG gegründet Das Transportgeschäft für Dritte auf dem eigenen Leitungsnetz entwickelte sich 2005 positiv. Zum 1. Juli 2005 wurde ein Entry-Exit-Modell zur weiteren Vereinfachung des Zugangs zur Transportinfrastruktur eingeführt. Dieses Modell ist in besonderem Maße auf Transparenz und minimalen Transaktionsaufwand ausgelegt. Es sieht vier Teilnetze vor, für die flexibel und voneinander unabhängig Ein- und Ausspeisekapazitäten gebucht werden können. Zum gleichen Zeitpunkt wurden die Transportaktivitäten in einem neuen Geschäftsbereich zusammengefasst. Innerhalb dieses Bereiches wurden bis zum Jahresende 2005 eigenverantwortlich Erdgastransporte kontrahiert, abgewickelt und abgerechnet. Im Zuge der Umsetzung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen wurde dieser Bereich mit Wirkung zum 1. Januar 2006 in die Tochtergesellschaft WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG ausgegliedert. Stabiler Rahmen für zukünftige Investitionen erforderlich "Wir wollen den eingeschlagenen Weg zur Nutzung der Chancen, welche sich in Europa aufgrund der fortschreitenden Marktliberalisierung ergeben, zielgerichtet fortsetzen", kündigte Seele an. Für eine nachhaltige Sicherstellung der Erdgasversorgung seien weitere erhebliche Investitionen notwendig, die langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen erforderten. Für eine investitionsfreundliche Energiepolitik innerhalb der Europäischen Union sei insbesondere die Ausdehnung des Infrastrukturwettbewerbes auf ganz Europa unverzichtbar. "Dies ist neben den langfristig sicheren Lieferverträgen mit den Produzenten eine unabdingbare Voraussetzung für die stabile Versorgung Europas mit Erdgas", so Seele. Die WINGAS GmbH versorgt Kunden in Deutschland und Europa mit Erdgas. Regionale Gasversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Industriebetriebe und Kraftwerke profitieren von der nachhaltigen Energieversorgung der WINGAS. Das Unternehmen verfügt über ein breites Bezugsportfolio von langfristigen Lieferungen direkt aus russischen Gasquellen über Bezüge aus der Nordsee bis zum Handel an Spotmärkten. Zum Ausbau der deutschen und europäischen Erdgas-Infrastruktur hat WINGAS seit 1990 bis heute mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Mit dem Erdgasspeicher Rehden in Norddeutschland verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas. WINGAS. Gemeinsam mehr Energie. |
PI-06-08 - 08.06.2006Kontakt Stefan Leunig Tel. +49 561 301-3301 Fax +49 561 301-1321 presse@wingas.de PDF der Presse-Information Download |

