"Wer Wettbewerb fordert, muss Wettbewerb wollen"Studie zeigt: Aufsichtsräte von Stadtwerken wollen von Wettbewerb im Energiemarkt wenig wissenBerlin. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise fordern deutsche Politiker eine Intensivierung des Wettbewerbs auf dem Energiemarkt. "Diese Forderung kommt zu Recht", sagte Dr. Rainer Seele, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH, auf dem 1. Deutschen Energiekongress in Berlin. "Stadtwerke sollten nicht über Jahrzehnte vertraglich an einen Lieferanten gebunden sein. Sie sollten sich die Freiheit nehmen, die Vorzüge der Liberalisierung zu nutzen", sagte Seele. In diesem Zusammenhang unterstütze er ausdrücklich die Initiative des Bundeskartellamtes zur Öffnung langjähriger Lieferverträge in Deutschland. "Doch regulierende Instrumente können nur wirken, wenn auch die Mandatsträger auf der regionalen und kommunalen Ebene den Wettbewerb wirklich wollen", erklärte der Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung. In diesem Zusammenhang wies Seele auf eine jüngst vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführte Studie unter 204 Aufsichtsräten von 120 Stadtwerken hin. Demnach wollen die Aufsichtsräte kommunaler Versorger von Wettbewerb im deutschen Energiemarkt wenig wissen. Die Allensbach-Studie ist überwiegend unter kommunalen Energieversorgern in Nordrhein-Westfalen und Nordbayern durchgeführt worden. Danach haben nur 11 Prozent der Stadtwerke bislang schon einmal ihren Vorlieferanten für Erdgas gewechselt, wogegen dies im Strommarkt bereits 38 Prozent der Stadtwerke getan haben. Nur jeder zweite befragte Aufsichtsrat konnte die Frage nach dem Vorlieferanten seines Stadtwerkes zutreffend beantworteten. Gleichzeitig gab jeder zweite Aufsichtsrat an, dass in seinem Kontrollgremium eher selten über den Abschluss neuer Energielieferverträge diskutiert werde. Mehr als 25 Prozent der befragten Aufsichtsräte in Nordrhein-Westfalen und Nordbayern berichteten sogar, dass ihr Stadtwerk noch nie verschiedene Angebote beim Erdgaskauf eingeholt habe. Nach ihrem Informationsverhalten gefragt beurteilten fast alle Aufsichtsräte den eigenen energiewirtschaftlichen Kenntnisstand mit gut bis sehr gut. 60 Prozent gaben an, dass bei ihnen kein zusätzlicher Informationsbedarf bestehe. "Die Studie zeigt erschreckend deutlich, dass der Wettbewerb im Gasmarkt mit seinen vielen Möglichkeiten bisher noch längst nicht so genutzt wird, wie etwa im Strommarkt", erklärte Seele dazu. "Dabei haben Aufsichtsräte der Energieversorgungsunternehmen einen großen Einfluss auf energiepolitische Entscheidungen. Sie müssen diesen Einfluss auch nutzen, wenn sie wirklich mehr Wettbewerb wollen." Mehr als zwei Drittel der Stadtwerke in Deutschland sind noch immer mehrheitlich kommunale Unternehmen. Mit der Studie zum Informationsverhalten und zur Entscheidungsfindung kommunaler Aufsichträte sind diese jetzt zum ersten Mal Zielgruppe eines Marktforschungsprojektes gewesen. Nähere Informationen und Ergebnisse der Studie Die WINGAS GmbH liefert als europäisches Energieunternehmen Erdgas an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich und der Tschechischen Republik. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer eigenen Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Das über 2.000 Kilometer lange WINGAS-Leitungsnetz verbindet die großen Gasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den wachsenden Absatzmärkten in Westeuropa. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien, Österreich und Deutschland. WINGAS. Gemeinsam mehr Energie. |
PI-06-10 - 12.09.2006Kontakt Nicholas Neu Tel. +49 561 301-3301 Fax +49 561 301-1321 presse@wingas.de PDF der Presse-Information Download Eine Frage des Wissens
Wie sich kommunale Aufsichtsräte über Energiethemen informieren Der zunehmende Wettbewerb im Energiemarkt stellt neue Herausforderungen an regionale Versorgungsunternehmen und deren Entscheidungsgremien. Wie informieren sich die Vertreter der Kommunen in den Aufsichtsräten? Wie kommen sie zu ihren Entscheidungen? Das hat WINGAS mit einer repräsentativen Befragung in Nordrhein-Westfalen und Nordbayern untersucht. weiter... |

