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Netzzugang lässt sich durch konsequentes Legal Unbundling erreichen

Bei Marktliberalisierung stärker auf Versorgungssicherheit achten / WINGAS bei Anhörung im EU-Parlament
 
Brüssel. Das europäische Energie­unternehmen WINGAS GmbH spricht sich für investitionsfreundliche, ordnungs­politische Rahmenbedingungen in Europa aus. „Bei der zunehmenden Bedeutung von Ver­sorgungssicherheit muss eine weitere Liberalisierung der europäischen Gasmärkte die Intensivierung des Wettbewerbs zum Ziel haben“, sagte Dr. Rainer Seele, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS GmbH, am Donnerstag (31.01.2008) bei einer Anhörung zum „Dritten Liberalisierungs­paket“ im Industrieausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Seele glaubt nicht, dass durch Ownership Unbund­ling, einen unabhängigen Netzbetreiber ISO sowie Handels- und Speicherregulierung mehr Wettbewerb und mehr Investitionsbereitschaft entstehe. Das 3. Liberalisierungs­paket baue nicht auf den Mechanismen des Marktes auf. „Wir sollten bei der ordnungspolitischen Gestaltung der Rahmen­bedingungen stärker auf die Versorgungssicherheit achten“, so der WINGAS-Geschäftsführer. Diese werde durch Investitionen und nicht durch Regulierung erreicht.
 
Die Erdgasimporte der Europäischen Union werden in den nächsten Jahren stark zunehmen, die eigenen Erdgasvorkommen vor allem in der britischen und holländischen Nordsee stark abnehmen. Seele: „Um den euro­päischen Erdgasmarkt nachhaltig mit ausreichenden Gas­mengen versorgen zu können, sind zwei grundlegende Voraussetzungen not­wendig: eine langfristig angelegte Partnerschaft mit den Produzenten und eine Investitionsoffensive.“ Die IEA halte Investitionen in Höhe von 200 Milliarden Euro bis 2030 für die europäische Gasinfrastruktur erforderlich. Das könne jedoch nur mit investitionsfreundlichen, ordnungs­politischen Rahmenbedingungen erfolgen, so Seele weiter. „Grundsätzlich sind wir bereit für diese Investitionen“, erklärte Seele, „aber unsere Gesellschafter stellen beharrlich die Frage: Können wir sicher sein, dass die Infrastruktur, in die wir Milliarden investieren wollen, uns auch morgen noch gehören wird?“
 
Abschaffung des Investitionsmonopols für Staatsunternehmen
 
Der Geschäftsführer der WINGAS ist der Meinung, dass ein diskriminierungsfreier, effizienter Netzzugang auch durch ein konsequent umgesetztes Legal Unbundling erreicht werden kann – ohne Eingriffe in Eigentumsrechte. „Hierzu müssten die Netzgesellschaften unabhängig und eigenständig handlungsfähig sein, also das Eigentum an der Infrastruktur halten und den Betrieb und Ausbau des Netzes selbst verantworten. Ein neutraler Kapazitätsausbau könnte über Open Season-Verfahren bedarfsgerecht erfolgen und von der Regulierungsbehörde überwacht werden.“ Seele forderte zudem die Abschaffung des Investitions­monopols für Staatsunternehmen in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. WINGAS sei bereit, auch konkurrierende Leitungen in Belgien oder Frankreich zu bauen. „Damit würden wir richtigen Wettbewerb im Transportbereich einführen“, sagte Seele. Mit diesem Konzept habe WINGAS schon im deutschen Gasmarkt für Wettbewerb gesorgt.
 
Eine Gefahr für die Versorgungssicherheit sieht der WINGAS-Geschäftsführer in der so genannten Schutzklausel im Liberalisierungspaket zu Lasten außer­euro­päischer Unternehmen. „Wir dürfen die Produzenten als potenzielle Investoren nicht ausschließen“, mahnte Seele. So plane beispielsweise der WINGAS-Gesellschafter Gazprom zukünftig Milliarden­investitionen in die Gasinfrastruktur in Deutschland und Europa, um die Versorgung weiter sicherzustellen – wie das Nord Stream Projekt. Die Pipeline durch die Ostsee macht 10 Prozent der jährlich benötigten Gasmengen in Europa verfügbar. Seele: „Bei den Investitionen müssen wir europäisch denken und handeln.“


PI-08-01 - 01.02.2008

Kontakt:
Stefan Leunig
Tel.: +49 561 301-3301
Fax: +49 561 301-1321
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Das Statement von Dr. Rainer Seele, Sprecher der WINGAS- Geschäftsführung, in vollständiger Länge als PDF.
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