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Forsa-Umfrage 2017 „Energieversorgung und Energiewende“* Was den Deutschen bei der Energieversorgung wichtig ist und wie sie die Chancen der Energiewende beurteilen

Bereits zum fünften Mal hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der WINGAS Mieter sowie Haus- und Wohnungseigentümer zur Energieversorgung in Deutschland befragt. Im Fokus der Umfrage standen die Sicherheit der Energieversorgung und die Energiewende. Neben den bevorzugten Energiearten und Heizsystemen wurde auch gefragt, welche Sanierungsmaßnahmen die Befragten im vergangenen Jahr durchgeführt haben. Dabei wurde erneut deutlich, wie beliebt Erdgas bei den Bundesbürgern ist. Außerdem wurde in diesem Jahr erstmals danach gefragt, ob der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung bekannt ist und wie die Menschen in Deutschland die Umsetzbarkeit einschätzen.


Sicherheit und Bezahlbarkeit behalten höchste Priorität

Für 62 Prozent der Deutschen ist es besonders wichtig, dass die Preise für Strom und Energie für alle Bürger bezahlbar bleiben. 2016 hielten das noch 67 Prozent für sehr wichtig. Aus Sicht von 51 Prozent hat eine sichere und zuverlässige Energieversorgung hohe Priorität. Klimaschonend erzeugte Energie halten 41 Prozent für äußerst relevant.


Bürger vertrauen auf Energieversorgungssicherheit

Das Vertrauen der Bundesbürger in die derzeitige Energieversorgung bleibt unverändert groß. Wie im Vorjahr halten 85 Prozent die aktuelle Versorgung der Haushalte und Unternehmen prinzipiell für sicher und zuverlässig. Nahezu alle Alters- und Wählergruppen teilen diese positive Einschätzung. In der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen ist sie mit 91 Prozent besonders stark vertreten. Die positive Einschätzung der Versorgungssicherheit liegt mit 85 Prozent so hoch wie im Vorjahr. Nur 12 Prozent der Bundesbürger halten die Energieversorgung für unsicher. Das ist ein Prozentpunkt weniger als 2016.


Bürger bleiben skeptisch, ob die Energiewende gelingen kann

Bei Fragen zur Umsetzbarkeit der Energiewende sind die Meinungen der Befragten geteilt. Wie bereits 2016 glauben unverändert 41 Prozent der Befragten, dass die Energiewende gelingen wird. Der Anteil derer, die Engpässe, Störungen und Ausfälle befürchten, ist im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 55 Prozent gestiegen. Somit glaubt weiterhin etwas mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Umsetzung der Energiewende zu Problemen führen kann.


Gasheizungen bleiben das beliebteste Wärmesystem

Bei den Heizungsarten behauptet Erdgas gegenüber anderen Wärmesystemen seine Spitzenposition: 29 Prozent aller Haus- und Wohnungseigentümer würde sich im Falle einer neuen Heizungsanlage für eine Erdgasheizung entscheiden. 25 Prozent der Befragten favorisieren eine Erdgasheizung in Kombination mit Solar oder Erdwärme. Das entspricht in etwa dem Meinungsbild des Vorjahres. Andere Wärmesysteme sind vergleichsweise wenig gefragt. Lediglich 13 Prozent würden Erdwärme oder eine Wärmepumpe wählen, nur noch 7 Prozent eine Ölheizung (nach 10 Prozent in 2016).


Deutsche bevorzugen Erdgas als Partner der erneuerbaren Energien

Da die allein aus regenerativen Quellen gewonnene Energie auf absehbare Zeit nicht ausreichen wird, um den Energiebedarf in Deutschland zu decken, bleiben traditionelle Energieträger im Versorgungsmix unverzichtbar. Erdgas ist bei den Befragten dabei mit großer Mehrheit der bevorzugte Partner der Erneuerbaren. 58 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass Erdgas gemeinsam mit Sonne und Wind die Energieversorgung übernimmt. Damit liegt Erdgas deutlich vor Öl (22 Prozent), Kernkraft (19 Prozent), Steinkohle (15 Prozent) und Braunkohle (12 Prozent). Vor allem Öl und Braunkohle verlieren dabei an Rückhalt bei den Bürgern: Für Öl sprachen sich 2016 noch 27 Prozent aus, für Braunkohle 16 Prozent.


Maßnahmen für Energieeffizienz: Heizungssanierung und Gebäudedämmung

Die Hälfte der Haus- und Wohnungseigentümer hat in den vergangenen fünf Jahren Sanierungsmaßnahmen durchgeführt (43 Prozent) oder gab an, solche Maßnahmen zu planen (7 Prozent). 2016 waren es noch insgesamt 52 Prozent. Das Potenzial, CO2-Emissionen durch energieeffiziente Maßnahmen einzusparen, bleibt damit groß. Die befragten Personen, die Maßnahmen durchführten, investierten zu 63 Prozent in Dämmmaßnahmen und zu 49 Prozent in neue Heizsysteme. Der Anteil derer, die in neue Heizsysteme investierten, nahm im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozentpunkte zu.

Bei der Auswahl neuer Heizsysteme ist für Eigentümer vor allem die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit sehr wichtig (59 Prozent). Ebenso ist vielen eine umweltschonende und energieeffiziente Arbeitsweise der Geräte sehr wichtig (57 Prozent). Knapp dahinter folgt die Energieversorgungssicherheit (55 Prozent).

Auf die Frage, was bei der Auswahl eines Heizsystems wichtiger wäre – ein geringer CO2-Ausstoß oder geringe Heizkosten – sprachen sich 38 Prozent für möglichst niedrige CO2-Emissionen aus, 32 Prozent entschieden sich für möglichst geringe Heizkosten. Für 29 Prozent der Befragten ist beides gleichermaßen wichtig. Im Vergleich zu 2016 änderte sich damit die Präferenz: Vergangenes Jahr sprachen sich noch 35 Prozent für primär geringe Heizkosten aus, 34 Prozent für möglichst niedrige CO2-Emissionen.


3 von 5 Bürgern kennen Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung

Die Bundesregierung plant, den Energiebedarf in allen Bereichen bis 2050 weitestgehend durch erneuerbare Energien zu decken. Von diesem Ziel haben bereits 59 Prozent der Befragten gehört. Das gilt mit nur geringen Abweichungen für (fast) alle Altersgruppen. Lediglich die Personen unter 30 Jahren weisen mit 42 Prozent eine unterdurchschnittliche Kenntnis des Klimaschutzplans auf. Unterschiede ergeben sich im Vergleich von Ost (65 Prozent) und West (56 Prozent) sowie zwischen Hauseigentümern (62 Prozent) und Mietern (53 Prozent).

Kenntnis des Klimaschutzplans

Geteilte Meinung zur Umsetzbarkeit des Klimaschutzplans

Eine Umsetzung des Klimaschutzplans bis 2050 halten jedoch nur 53 Prozent derer, die bereits davon gehört haben, für realistisch. 44 Prozent glauben nicht an ein Gelingen. Die Meinung der Befragten in Ost und West unterscheidet sich dabei kaum. Unterschiede sind jedoch bei dem Vergleich von Hauseigentümern und Mietern zu verzeichnen. 49 Prozent der Hauseigentümer halten das Ziel für realistisch, bei den Mietern sind es 57 Prozent.

Geteilte Meinung zur Umsetzbarkeit des Klimaschutzplans

* Die Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH hat im Auftrag von WINGAS zwischen dem 18. und dem 24. Mai 2017 insgesamt 1.001 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren interviewt.

Zudem wurden 501 Eigentümer eines Hauses bzw. einer Wohnung befragt. Alle Werte in den Grafiken sind Prozentangaben.

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