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11.07.2016

„Die gute Nachricht ist, es gibt genügend Gas“

Gerhard König, Sprecher der WINGAS-Geschäftsführung und Vorsitzender des Lenkungskreises Gas beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, über den Einbruch des Ölpreises, die Zunahme von Erdgas auf dem weltweiten Markt und warum das nicht unbedingt schlechte Nachrichten sein müssen.

Herr König, wie wirkt sich der Einbruch des Ölpreises auf das Geschäft der Gasbranche aus?

Wir arbeiten in einem herausfordernden Umfeld. Die Ölpreisbindung ist zwar nicht mehr so maßgeblich wie noch vor Jahren, dennoch hat sie natürlich Auswirkungen auf den Gaspreis. Darüber hinaus gibt es im Markt derzeit ein sehr hohes Angebot an Erdgas. Das drückt den Preis zusätzlich.

Einige Gaskunden sind frustriert. Sie beklagen, dass nur wenige Versorger die gesunkenen Preise weitergeben. Warum ist das so?

Bei uns ist das nicht so. Unsere Industriekunden zahlen zum Beispiel wesentlich geringere Preise. Am Spotmarkt sind die Notierungen auch gesunken, allein in den vergangenen drei Monaten um etwa 20 Prozent. Bei den privaten Kunden kann das durchaus anders aussehen. Das liegt aber daran, dass es für den Endkunden entscheidend ist, wie seine Stadtwerke eingekauft haben. Und da muss man einfach berücksichtigen, dass sich viele vor einem Jahr zum Festpreis eingedeckt haben - darum können sie jetzt nicht von den niedrigen Preisen profitieren und das auch nicht entsprechend weitergeben. Hierbei spielt die individuelle Beschaffungsstrategie der Versorger eine entscheidende Rolle. Zudem wirkt sich der fallende Spotmarktpreis nur gedämpft auf den Endkundenpreis aus, da dieser zum größten Teil aus Steuern, Abgaben und vor allem von Netzbetreibern festgelegten Entgelten besteht.

Was erwarten Sie, in welche Richtung wird sich der Markt in Zukunft entwickeln?

Ich gehe davon aus, dass es künftig eher ein hohes Angebot von Erdgas auf dem Markt geben wird. Die globalen Märkte wachsen immer mehr zusammen. Asien zeigt nicht so eine starke Nachfrage wie erwartet. In den USA und Australien gibt es große Projekte für verflüssigtes Gas (LNG), das weltweit transportiert werden kann. Diese Mengen strömen jetzt auf den Markt. Prinzipiell ist das eine gute Nachricht: Es gibt genügend Gas.

Das klingt aber nicht gerade nach guten Aussichten für die Geschäfte eines Erdgashändlers, oder?

Warum nicht? Die Eigenproduktion in Europa wird sinken, der Import von Erdgas muss also steigen. Wenn es dann ein größeres Angebot aus unterschiedlichen Quellen gibt, ist das gut für die Geschäfte einer Importgesellschaft wie WINGAS.

Drängt nicht am Ende die Energiewende das Erdgas dann noch aus dem Markt?

Das sehe ich nicht. Gemessen am CO2-Ausstoß ist Erdgas die perfekte Ergänzung für die erneuerbaren Energien. Als klimafreundlicher Energieträger wird Erdgas bei der Energiewende damit eine große Rolle spielen. Das Potenzial ist vor allem im Wärmemarkt groß.

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34117 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 99858-0 
E-Mail: presse[at]wingas.de

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