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25.04.2018

Drohender Engpass: Energiewende benötigt mehr Gaskraftwerke

Hannover/ Berlin. Um den Kraftwerkspark in Deutschland ist es derzeit nicht gut bestellt: Aktuell gibt es 52 Projekte zum Neubau von Kraftwerken, davon sind jedoch lediglich 14 tatsächlich im Bau. Unter den weiteren geplanten Anlagen sind nur 22 Gas- und sechs Pumpspeicherkraftwerke. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse zur Marktsituation von Kraftwerken, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zum Auftakt der Hannover Messe am 23. April veröffentlicht hat.

„Die Politik wird das Klimaziel 2030 nicht erreichen, wenn sie nicht endlich die Bedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung, Energiespeicher, neue Gaskraftwerke und den Netzausbau verbessert“, erläuterte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die Auswertung zeigt, dass sich derzeit zahlreiche Kraftwerksprojekte aufgrund der schlechten Investitionsbedingungen im Wartezustand befinden. Gleichzeitig gehen immer mehr Gas- und Kohlekraftwerke, die jederzeit und wetterunabhängig Strom erzeugen können, vom Netz.

„Wir laufen sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung“, erläuterte Kapferer. „Dem bis 2023 zu erwartenden Zubau an Kraftwerkskapazität in Höhe von etwa 4.400 Megawatt (MW) stehen bereits absehbare und schon erfolgte Stilllegungen mit einer Kapazität von rund 18.600 MW gegenüber – ein sattes Minus.“ Damit sinkt bis 2023 die konventionelle Kraftwerkskapazität von heute knapp 90.000 MW auf 75.300 MW.

„Diese Entwicklung ist mit Blick auf die Klimaziele 2030 besorgniserregend: Weitere Kohlekraftwerke können in den 2020er Jahren nur vom Netz genommen werden, wenn CO2-arme Ersatzkapazitäten geschaffen werden. Die Investitionsbedingungen beispielsweise für die umweltschonende und effiziente Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) müssen verbessert werden.“ Hinzu komme: „Neue Gaskraftwerke bauen sich nicht über Nacht. Alle in den letzten Jahren fertiggestellten Kraftwerke hatten Bau- und Planungszeiten von vier bis sieben Jahren. 2023 beginnt also heute.“  

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E-Mail: presse[at]wingas.de

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