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11.07.2017

„Erdgasautos sind auf Augenhöhe mit Elektroautos“

Kassel. Erdgas spielt im Mobilitätssektor immer noch eine untergeordnete Rolle. Dabei überzeugt es wirtschaftlich und punktet mit geringen CO2-Emissionen. Markus Buggisch, Head of Operations bei Gazprom NGV Europe, erläutert, welche Vorteile Erdgas als Kraftstoff hat, wie groß sein Potenzial im Verkehrsbereich ist und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Energieträger besser zu positionieren.

Herr Buggisch, die Bundesregierung möchte Deutschland bis 2050 weitgehend klimaneutral gestalten. Im Verkehrssektor sollen alleine 40 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Hierfür setzt die Regierung vor allem auf die Elektromobilität. Hat Erdgas als konventioneller Kraftstoff damit nicht ausgedient?
Nein, ganz im Gegenteil. Aufgrund der wachsenden Anzahl an Pkw und Lkw sind die CO2-Emissionen in den letzten Jahren gestiegen. Dabei besteht gerade im Mobilitätssektor schon heute ein großes CO2-Einsparpotenzial, das sich mit Erdgas als klimafreundlichstem der konventionellen Kraftstoffe heben lässt. Außerdem können sich Erdgasautos durch die Einspeisung von grünem Erdgas bei den direkten Emissionen durchaus auf Augenhöhe mit Elektroautos bewegen. Berücksichtigt man bei einem Elektroauto auch die Batterieproduktion, emittiert ein Erdgas-Auto, welches mit Biogas betankt wird, genauso viel CO2 wie ein Elektroauto mit erneuerbarem Strom.

Welche Vorteile hat Erdgas als Kraftstoff?
Ein wesentlicher Vorteil von Erdgas sind die geringen Emissionswerte. Ein Erdgasauto stößt rund 23 Prozent weniger CO2 aus als ein vergleichbarer Benziner. Zudem reduziert es die Feinstaub- und Stickoxidemissionen um 80 Prozent. Im Gegensatz zur Elektromobilität ist Erdgas schon heute verfügbar und vor allem skalierbar, denn durch die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz wird es immer grüner. Auch wirtschaftlich rechnet sich das Fahren mit Erdgas. Der Kraftstoff ist rund 30 Prozent günstiger als Diesel und 50 Prozent günstiger als Benzin.

Der Verkauf von Erdgasautos verläuft schleppend. Warum spielt in der Öffentlichkeit Erdgas als CO2-armer Kraftstoff bisher eine untergeordnete Rolle?
Kunden kaufen primär ein Auto und keinen Kraftstoff. Bisher sind Erdgasfahrzeuge einfach emotional nicht genug aufgeladen. Umweltfreundlichkeit und geringe CO2-Emissionen sind zwar relevante Punkte, aber eben nicht die Hauptverkaufsargumente. Kunden lassen sich vielmehr von Image, Marke und Wirtschaftlichkeit überzeugen. Hinzu kommt, dass die Verlängerung der Steuervergünstigung für Erdgas als Kraftstoff sehr lange ungeklärt war. Erst mit dem Beschluss im Mai hat die Regierung für die notwendigen politischen Rahmenbedingungen gesorgt, wodurch die Verbraucher nun bis 2026 Sicherheit haben und von niedrigen Preisen profitieren. Damit werden Erdgasfahrzeuge übrigens auch für Unternehmen mit Fuhrpark interessant, die so Betriebskosten sparen und umweltschonend unterwegs sein können.  

Welche Maßnahmen müssen jetzt erfolgen, um die Erdgasmobilität attraktiver zu gestalten?
Eigentlich sind es vier wesentliche Punkte, mit denen die Erdgasmobilität nach vorne gebracht werden kann: Zunächst sollte die Automobilwirtschaft die Vorteile von Erdgas als Kraftstoff in der Öffentlichkeit stärker vermarkten – auch mit entsprechendem Modellangebot. Gleichzeitig ist aber auch die Politik gefordert. Die Anerkennung des Biomethananteils für den CO2-Flottendurchschnitt wäre ein wichtiger Schritt, der Signalwirkung entfalten könnte. Auf Betreiberseite muss der Ausbau des Tankstellennetzes vorangetrieben werden, um die Versorgung langfristig zu sichern. Darüber hinaus wäre eine einheitliche Preisauszeichnung an den Tankstellen sinnvoll, um für den Verbraucher eine Vergleichbarkeit der Kosten herstellen. Ein Kilo CNG sind (mehr als) 1,5 Liter Benzin oder 1,3 Liter Diesel. Die wenigsten wissen das.

Wie schätzen Sie perspektivisch das Potenzial von Erdgas im Verkehrssektor ein?
Das Ziel von einer Million Erdgasautos ist schon bei den heutigen Rahmenbedingungen realistisch zu erreichen, und zwar ohne dass viele Neuinvestitionen getätigt werden müssen. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut und auch genügend attraktive Modelle gibt es. Erdgas hat als sauberster konventioneller Kraftstoff ein immenses CO2-Einsparpotenzial kann einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors und damit zur Erreichung der Klimaziele leisten – das gilt besonders, wenn Erdgasfahrzeuge im ÖPNV und im Flottenbetrieb eingesetzt werden. Wir könnten so viele Schadstoffemissionen aus den Städten heraushalten. Was auch der Politik helfen würde. Weiteres Potenzial besteht zudem bei einem breiten Einsatz von Flüssigerdgas im Transportsektor.

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