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20.11.2009

Erdgasleitung OPAL quert die Elbe

Bauarbeiten für Deutschlands größtes Erdgas-Infrastrukturprojekt schreiten voran | Querung der Elbe erster Höhepunkt | Staatssekretär Hartmut Fiedler würdigt Bau der OPAL-Pipeline in Sachsen

Coswig/Kassel. Die Erdgasleitung OPAL wird Realität: Auf den jeweils rund 100 Kilometer langen Trassenabschnitten in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern schreiten die Arbeiten für die Anschlussleitung der Ostseepipeline Nord Stream zügig voran. Insgesamt ist auf mehr als 125 Kilometern der OPAL-Leitungstrasse der Mutterboden geräumt worden, fast 25 Kilometer Pipelinerohr sind verschweißt und die ersten Rohrstränge verlegt. „Mit der Querung der Elbe haben wir den ersten Höhepunkt der Bauarbeiten erreicht“, erklärt Dr. Gerhard König, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS, am Freitag in Coswig. Hier wird die Elbe mit einem 182 Meter langen, über 650 Tonnen schweren Stahl-Betonrohr passiert. Die Arbeiten für die über 470 Kilometer lange OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) haben im Frühherbst parallel in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern begonnen. Die Baugenehmigung für den Abschnitt in Brandenburg wird für Anfang 2010 erwartet – anschließend sollen die Bauarbeiten auch hier beginnen. Das europäische Erdgas-unternehmen realisiert die Leitung zusammen mit der E.ON Ruhrgas AG, den späteren Betrieb übernimmt für WINGAS die Tochtergesellschaft OPAL NEL Transport GmbH.

Für die Querung der Elbe bei Coswig wird auf eine bewährte Technik zurückgegriffen: die so genannte Dükerung. Düker bezeichnet die Unterführung mittels eines Rohres. Selbst die Römer nutzten schon diese Bauweise. „Wir nutzen zwar bewährte Technik, stoßen jedoch aufgrund der Größe der OPAL-Leitung in neue Dimensionen vor“, erläutert König. Mit einem Leitungsdurchmesser von 1,40 Meter und einer jährlichen Transportkapazität von rund 36 Milliarden Kubikmeter Erdgas – zum Vergleich: das entspricht mehr als einem Drittel des deutschen Jahresverbrauches – ist die OPAL die größte in Deutschland verlegte Erdgasleitung. „Die Investitionen für die Leitung liegen bei rund einer Milliarde Euro, allein in Sachsen werden rund 200 Millionen Euro investiert“, so der WINGAS-Geschäfts¬führer.

Hartmut Fiedler, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, würdigt den Bau der Erdgasleitung: „Sachsen verfügt über eine moderne und leistungsstarke Energiewirtschaft. Mit dem Pipelineprojekt OPAL kann der Freistaat seine Rolle als Energiedrehscheibe für Deutschland und Europa weiter stärken und nicht zuletzt von den Investitionen profitieren.“ Bereits seit Anfang der 90er Jahre ist die WINGAS-Gruppe in Sachsen aktiv. In den vergangenen 20 Jahren wurden mehr als 200 Millionen Euro in das durch Sachsen führende Leitungssystem investiert. Die Erdgasleitung STEGAL (Sachsen-Thüringen-Erdgas-Leitung) mit der Verdichterstation in Olbernhau an der deutsch-tschechischen Grenze wurde 1992 in Betrieb genommen, die JAGAL-Pipeline (Jamal-Gas-Anbindungsleitung) besteht seit 1999.

Für die Elbquerung der OPAL wurde in den letzten Wochen direkt am Coswiger Elbufer der Düker gefertigt: Aus 14 Rohrsegmenten ist ein 182 Meter langer und über 650 Tonnen schwerer Rohrstrang zusammengeschweißt worden, der in die Form des zu durchquerenden Flussprofils gebracht und auf mehreren Rollenstationen abgelegt wurde. Nach einer gründlichen mehrfachen Prüfung der Schweißnähte durch Sachverständige des TÜV folgte der abschließende „Stress-Test“: Hierzu belasteten die Ingenieure den Rohrstrang bei einer Wasserdruckprüfung mit einem Druck von rund 180 bar; im späteren Betrieb werden es maximal 100 bar sein. „Durch die Prüfung mit einem deutlich höheren Druck wird sichergestellt, dass die Leitung den kommenden Belastungen in jedem Fall standhält“, sagt Michael Muth, Oberbauleiter der WINGAS. Im Anschluss an diesen Test erhielt der Rohrstrang einen 21 Zentimeter dicken Betonmantel, der dafür sorgen wird, dass der fertige Düker nach dem Einzug in die Elbe seine Position drei Meter unter dem Elbeflussbett behält. Für den Einzug des Dükerrohres sind auf der gegenüberliegenden Seite zwei Elektrowinden installiert worden. Mit einer Gesamtzugkraft von 110 Tonnen ziehen die beiden Winden den Rohrstrang in die Dükerrinne. Insgesamt 30 Bauleute kontrollieren den Einzug des Dükers.

Bis Weihnachten sollen die Bauarbeiten an der Elbe abgeschlossen sein. Doch auch nach Abschluss der Trassenarbeiten räumen die Arbeiter nicht einfach das Feld: Der Gewässerboden wird mit dem eigenen Flussschotter wiederhergestellt und die Uferbereiche renaturiert. Die von der Baustelle beanspruchten Böden werden fachgerecht rekultiviert und gelockert, Bäume und Gebüsche angepflanzt. Die Wiesen- und Ackerflächen wie auch die Flächen mit Obstbaum- und Strauchkulturen werden wieder hergestellt. WINGAS-Geschäftsführer Dr. Gerhard König: „Rund ein Jahr nach Verlegung der Erdgasleitung wird von der Baustelle praktisch nichts mehr zu sehen sein.“

Die WINGAS GmbH & Co. KG ist als europäisches Energieunternehmen im Erdgas-Handel und -Vertrieb an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark aktiv. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Das über 2.000 Kilometer lange Leitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbindet die großen Gasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den wachsenden Absatzmärkten in Westeuropa. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas – und ist am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach, Österreich, beteiligt. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien und Deutschland.

Die OPAL NEL TRANSPORT GmbH übernimmt für die Ferngasleitung OPAL die Aufgabe des Netzbetreibers. Sie ist Teil der WINGAS-Gruppe, zu der neben dem Erdgasversorger WINGAS auch die WINGAS TRANSPORT gehört. Es ist vorgesehen, dass die OPAL mit dem Gasfernleitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbunden wird.

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