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16.05.2017

„Es gibt bei Erdgas keine versteckten Emissionen“

Kassel. Die Vorkettenemissionen von Erdgas sind niedrig. Das zeigt eine Studie des Fachinstituts DBI Gas- und Umwelttechnik. Der Energieträger schont also bereits vor seinem Einsatz im Gasbrenner das Klima, wie Dieter Rütten, Senior Political Advisor bei WINGAS, erklärt.

Herr Rütten, was ist mit Vorkettenemissionen gemeint?
Das sind die Emissionen, die auf dem Weg zum Verbraucher entstehen. Wie viel CO2 bei der Verbrennung in der Gastherme freigesetzt wird, lässt sich wissenschaftlich ermitteln. Doch schon vorher, bei der Förderung, der Aufbereitung und dem Transport von Erdgas, fallen Emissionen an: zum einen beim Betrieb technischer Anlagen wie Fördertürmen und Verdichtern, zum anderen in Form von freiwerdendem Methan durch Undichtigkeiten. Diese Vorkettenemissionen müssen in die Gesamtbilanz mit eingerechnet werden.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen DBI-Studie?
Die Studie bestätigt, dass nach den neuesten Daten für Europa Erdgas der mit Abstand klimafreundlichste konventionelle Energieträger ist. Seine Vorkettenemissionen belaufen sich auf 29 Gramm CO2-Äquivalent je Kilowattstunde: 18 Gramm davon entfallen auf den Energieaufwand für Gewinnung, Transport und ähnliches, elf Gramm entfallen auf Methanverluste. Damit hat Erdgas bei den Vorkettenemissionen einen erheblichen Klimavorteil gegenüber anderen konventionellen Energieträgern. Hinzu kommen die hohen Wirkungsgrade von Gastechnologien, zum Beispiel durch Kraft-Wärme-Kopplung.

Eine 2015 für die EU-Kommission erstellte Studie hatte Erdgas deutlich höhere Vorkettenemissionen bescheinigt...
Die damalige Studie hat den Verkehrssektor untersucht, in dem sehr wenig Erdgas eingesetzt wird, und sie enthielt deutliche handwerkliche Fehler. Es bestand die Gefahr, dass die EU falsche Zahlen als Grundlage weiterer Verordnungen  nimmt. Zumal in den Medien zum Teil unglaublich hohe Werte kursierten, was die Freisetzung des klimaschädlichen Methans angeht. Darum hatte die Brancheninitiative Zukunft ERDGAS eine neue Studie ausgeschrieben und schließlich das Fachinstitut DBI beauftragt. Damit steht nun fest: Es gibt bei Erdgas keine versteckten Emissionen, sondern wir können genau sagen, wie viel CO2 bei der Nutzung von Erdgas insgesamt emittiert wird.

Haben die Zahlen der Studie Sie überrascht?
Nein, WINGAS hatte vor zweieinhalb Jahren selbst eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die zu ähnlichen Ergebnissen kam. Dabei lag der Fokus auf der Stromerzeugung,  und aufgrund der Studienergebnisse hatten wir gute Daten. Zum Beispiel, dass die Vorkettenemissionen von Steinkohle bei ca. 55 Gramm CO2-Äquivalent je Kilowattstunde liegen, da Steinkohle aus Südafrika oder Indonesien importiert wird. Das zeigt eindrucksvoll, dass Deutschland raus muss aus der Kohleverstromung, wenn es seine Klimaziele erreichen will. Denn in der Gesamtbilanz fällt bei der Stromerzeugung mit Kohle mehr als doppelt so viel CO2 an wie bei der Erzeugung mit Erdgas.

Wie haben sich die Vorkettenemissionen von Erdgas in Europa in den vergangenen Jahren entwickelt?
Durch mehr Effizienz bei Gewinnung, Aufbereitung und Transport sind sie kontinuierlich gesunken – in den letzten drei Jahren um rund zehn Prozent. Vor allem Gazprom unternimmt enorme Anstrengungen, um effizienter zu werden. Allein die Nord Stream brachte große Effizienzsteigerungen mit sich. Und damit sanken auch die Vorkettenemissionen, wie die Studie belegt. Denn für den Offshore-Transport muss weniger Energie aufgewendet werden und es geht weniger Methan verloren als auf dem Landweg.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

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