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22.01.2015

„Klimaziele brauchen runden Tisch“

Von der Polarisierung zum integrativen Poldermodell: „Wenn die Energiewende gelingen soll, brauchen wir jetzt eine Gesamtlösung, die Erneuerbare genauso wie traditionelle Energieträger einbezieht und keine isolierte Debatte“, fordert WINGAS-Geschäftsführer Ludwig Möhring beim Talk „Die Zukunft der Kohleverstromung in Deutschland“ auf der Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2015 in Berlin.

Berlin. „Das niederländische Polder-Modell, das bei fundamentalen Fragen sämtliche die Gesellschaft betreffende relevanten Akteure – also nicht nur die traditionelle Energiewirtschaft – an einen Tisch bringt, könnte auch für die Energiewende eine positive Wendung bringen.“ Das erklärte WINGAS-Geschäftsführer Ludwig Möhring vor mehr als  tausend führenden Vertretern der Energiewirtschaft in Berlin. Die Branche brauche weniger Lobbyarbeit einzelner Interessengruppen. Stattdessen sollte auf Basis des Klimaschutzziels an einem runden Tisch eine Gesamtlösung diskutiert werden, wie dieses Ziel kostengünstig und versorgungssicher erreicht werden kann. „Dann können die Beteiligten ringen, wie das im Einzelnen laufen soll“, so Möhring. „Aber zuerst einmal brauchen wir den ernsthaften Willen von allen und das gemeinsame Verständnis über das zentrale Ziel, nämlich dass wir 40 Prozent Kohlendioxid bis 2020 einsparen wollen. Wie Frau Ministerin Hendricks gerade gesagt hat: Die Energiewende ist die Tochter der Klimapolitik.“

In dieser Diskussion steht Deutschland vor der entscheidenden Weggabelung – laut des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 der Bundesregierung sollen zusätzlich 22 Millionen Tonnen CO2 im Strommarkt eingespart werden. „Der Markt wird das an dieser Stelle nicht richten können“, so Möhring. Das europäische Emissionshandelssystem (ETS) führe nicht zu weiteren CO2-Einsparungen. Zudem seien die Steinkohlepreise weiterhin im Fall. Das führe zu Strompreisen, bei denen umweltfreundliches Erdgas im Moment um 40 Prozent auf 1,2 Cent pro Kilowattstunde fallen müsste, um sich gegen Kohle durchzusetzen. Das sei die harte Marktrealität; fundamentale Änderungen seien nicht zu erwarten. „Bezogen auf den Klimaschutz ist das sicherlich nicht der Weg nach vorne“, betont Möhring.

„Wir haben eine hohe Gesamtverantwortung für das, was in Deutschland passiert“, so Möhring weiter. Wir brauchen eine Energieversorgung die nicht nur umweltfreundlich, sondern auch bezahlbar und sicher sei. Damit die Energiewende in Deutschland gelingen könne, müssen alle Bereiche der Energielandschaft an den Klimazielen ausgerichtet werden. Das funktioniere nur mit einem effizienten Miteinander von traditionellen und erneuerbaren Energieträgern.

„Denn ein ernstgemeinter Klimaschutz ist nur dann konsensfähig, wenn die Senkung von CO2-Emissionen bezahlbar bleibt und die CO2-Bilanz der traditionellen Energieträger nachhaltig verbessert wird“, so Möhring. Letztlich müsse diese Anstrengung im internationalen Kontext erfolgen, damit die Wettbewerbsfähigkeit auch der deutschen Industrie erhalten bleibt.

Bereits zum 22. Mal hat die Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft vom 20. bis 22. Januar 2015 in Berlin stattgefunden. An drei Tagen sprachen führende Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Forschung über aktuelle Entwicklungen auf dem Energiemarkt und standen für Diskussionen mit den Teilnehmern zur Verfügung. WINGAS ist mit einem eigenen Stand auf der Jahrestagung vertreten.

Mehr Informationen zur Talkrunde mit Ludwig Möhring zum Thema „Die Zukunft der Kohleverstromung in Deutschland“ finden Sie hier:
www.handelsblatt-energie.de

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E-Mail: presse[at]wingas.de

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