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05.07.2010

Nord Stream-Pipeline erreicht europäisches Festland

Erster Pipelinestrang in Lubmin an Land gezogen | Landseitige Anbindungsprojekte kommen planmäßig voran

Lubmin. Der erste Rohrstrang der Nord Stream-Pipeline wurde am 3. Juli an Land gezogen. "Diese Bauphase war nicht nur aus technologischer Sicht wichtig und spannend für uns, sie hat auch eine symbolische Bedeutung: Denn die Nord Stream-Pipeline hat nun erstmals das europäische Festland erreicht und zudem hier in Lubmin den Punkt, an dem durch WINGAS die Erdgasübernahmestation sowie die Landleitungen OPAL und NEL geplant bzw. bereits gebaut werden", so Dr. Georg Nowack, Projektleiter der Nord Stream AG für Deutschland.

Auf dem Verlegeschiff "Castoro Dieci" (C10), das rund einen Kilometer vor dem Anlandepunkt ankert, werden seit dem 28. Juni die jeweils rund zwölf Meter langen Rohre zum ersten Pipelinestrang zusammengeschweißt. Die so pro Stunde um bis zu 24 Meter wachsende Pipeline wird mit Hilfe einer an Land montierten Hochleistungszugwinde an Land gezogen. Die Winde verfügt über ein Eigengewicht von 100 Tonnen und arbeitet bei diesem Projekt mit ihrer maximalen Zugkraft von rund 500 Tonnen. Diese ist auch notwendig, um den inzwischen rund 1.000 Meter langen und rund 2.000 Tonnen schweren Pipelinestrang an Land zu ziehen. Bis rund 120 Meter landeinwärts geschieht das im Spundwandgraben schwimmend. Danach wird der Rohrstrang über dem Boden auf großen Rollen lagernd bis zur vorgesehenen Endposition, etwa 250 Meter hinter der Strandlinie, gezogen. Sobald der Pipelinestrang die korrekte Position an Land erreicht hat, werden die Schwimmkörper entfernt. Anschließend beginnt die C10 mit der Verlegung in Richtung Norden, indem sie sich nun um je eine Rohrlänge langsam vom Anlandepunkt entfernt. Nach rund fünf Kilometern wird der erste Pipelinestrang abgelegt und das Verlegeschiff kehrt zum Ausgangspunkt zurück. Dort wird es erneut verankert und beginnt mit der Produktion des zweiten Stranges der Nord Stream-Pipeline. Die Anlandung des zweiten Pipelinestranges ist für Mitte Juli geplant.

Von der Nord Stream-Pipeline wird das Erdgas ab Herbst 2011 in die derzeit im Bau befindliche Übernahmestation fließen. Dort wird es zunächst gereinigt und auf die richtige Temperatur vorgewärmt. Anschließend werden die Qualität, die Menge und der Druck des Erdgases gemessen. Um es dann durch die 470 Kilometer lange Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL) in Richtung Süden durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis an die tschechische Grenze nahe Olbernhau im Erzgebirge zu transportieren, wird es nach der Hälfte der Gesamtstrecke südlich von Berlin erneut auf bis zu 100 bar verdichtet.

Derzeit wird der Bau der Gebäude und des Kesselhauses für die Erdgasübernahmestation vorbereitet. Die Grundsteinlegung fand bereits im Februar dieses Jahres statt. Ab November 2010 beginnt der Bau der Anlagen des Hochdruckbereichs in der Station, der den Transport der künftig jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus der Nord Stream-Pipeline garantieren wird.

An der OPAL wird bereits seit September 2009 gebaut: Zwischen Lubmin und dem Erzgebirge wird in allen Bauabschnitten auf Hochtouren gearbeitet. Der derzeitige Baufortschritt beträgt rund 2.500 Meter pro Tag. "Damit sind wir sehr zufrieden und liegen gut im Zeitplan", so Hans-Georg Egelkamp, Projektleiter der OPAL bei der WINGAS. Mit einem Durchmesser von 1,40 Meter ist die OPAL die größte in Europa verlegte Erdgasleitung. Die Pipeline wird von WINGAS im Auftrag der OPAL NEL TRANSPORT GmbH und der E.ON Ruhrgas AG gebaut.

Von der 470 Kilometer langen Pipeline sind bereits 260 Kilometer verschweißt, diesen Sommer wird über die Hälfte der Leitung bereits in den Erdboden verlegt sein. Derzeit sind schon 160 Kilometer Leitung verlegt.
Neben der OPAL ist der Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) geplant, die vom Anlandepunkt der Nord Stream-Pipeline an Schwerin und Hamburg vorbei bis zum Erdgasspeicher Rehden in Niedersachsen führen und die Nord Stream, ebenso wie die OPAL, mit dem europäischen Fernleitungsnetz verbinden soll.
 
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
 
Steffen Ebert, Kommunikationsbeauftragter Deutschland/Nord Stream
Mobil: +49 1520 456 80 53
 
E-Mail: press[at]nord-stream.com
 
Antje Knollmann, Pressekontakt OPAL/WINGAS
Mobil: +49 177 56 32 530


E-Mail: presse[at]wingas.de
 
Hinweise für Journalisten:
 
Nord Stream ist eine Erdgaspipeline, die Russland und die Europäische Union durch die Ostsee verbindet. Der Bedarf an Erdgasimporten in die Europäische Union, im Jahr 2007 von circa 312 Milliarden Kubikmeter, wird bis zum Jahr 2030 um 200 Milliarden Kubikmeter auf 516 Milliarden Kubikmeter pro Jahr wachsen (Quelle: IEA, World Energy Outlook 2009). Mit dem Anschluss des europäischen Gasleitungsnetzes an einige der größten Gasreserven der Welt wird Nord Stream etwa 25 Prozent des zusätzlichen Gasimportbedarfs der Europäischen Union der nächsten Jahrzehnte decken können. Das Projekt wird ein bedeutender Beitrag zur langfristigen Sicherung der Gaslieferungen und ein Meilenstein für die Energiepartnerschaft zwischen der Europäischen Union und Russland sein. Die Pipeline mit einer Gesamtlänge von über 1.220 Kilometern soll 2011 zunächst mit einer jährlichen Kapazität von etwa 27,5 Milliarden Kubikmetern in Betrieb gehen. In der zweiten Phase soll die Transportkapazität mit einem weiteren Leitungsstrang auf rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt werden. Dies ist genügend Erdgas, um 26 Millionen europäische Haushalte zu versorgen.

Die Nord Stream AG ist ein internationales Joint Venture, das zur Planung, zum Bau und zum anschließenden Betrieb der Pipeline durch die Ostsee gegründet wurde. Die russische OAO Gazprom ist mit 51 Prozent an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt. Die deutschen Unternehmen BASF SE/Wintershall Holding GmbH und E.ON Ruhrgas AG halten je 15,5 Prozent, die niederländische N.V. Nederlandse Gasunie und das französische Unternehmen GDF SUEZ S.A. jeweils 9 Prozent der Anteile.

Die WINGAS GmbH & Co. KG ist als europäisches Energieunternehmen im Erdgas-Handel und -Vertrieb an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark aktiv. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Das über 2.000 Kilometer lange Leitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbindet die großen Gasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den wachsenden Absatzmärkten in Westeuropa. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas – und ist am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach, Österreich, beteiligt. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien und Deutschland.

Die OPAL NEL TRANSPORT GmbH übernimmt für die Erdgasfernleitung OPAL die Aufgaben des Netzbetreibers. Sie ist Teil der WINGAS-Gruppe. Es ist vorgesehen, dass die OPAL mit dem Erdgasfernleitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbunden wird.

Weitere Infos: www.opal-pipeline.de

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Königstor 20
34117 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 99858-0 
E-Mail: presse[at]wingas.de

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