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07.07.2015

„Stadtwerke müssen glaubwürdig bleiben“

Kasssel. Die Energiewirtschaft ist im Wandel. Auf dem Strom- und Erdgasmarkt tummeln sich immer mehr Anbieter – der damit einhergehende hohe Wettbewerbsdruck macht Stadtwerken zu schaffen und drückt auf die Gewinne. Was Energieunternehmen tun müssen, um für die Zukunft gerüstet zu sein und warum Bürgerpartizipation und Social Media dabei eine wesentliche Rolle spielen, erläutert Ingo Seeligmüller, Geschäftsführer von NEULAND PR – NPR Strategische Kommunikation GmbH, im Gespräch mit WINGAS.


Herr Seeligmüller, in Zeiten von starkem Wettbewerb und neuen Marktrealitäten müssen sich Energiedienstleister neu orientieren und positionieren. Wie gelingt Stadtwerken dieser Wechsel?

Indem sie sich neue Geschäftsmodelle erarbeiten. Stadtwerke müssen weg vom alten, klassischen Muster des Versorgers. Strom und Erdgas sind längst ein Commodity geworden. Seit Öffnung der Märkte wird Energie von vielen verschiedenen Anbietern vertrieben, der Wettbewerb hat zugenommen. Für Stadtwerke heißt das, auch mal quer zu denken und neue Wege zu gehen, etwa in die Speichertechnologie einzusteigen oder verstärkt Dienstleistungen anzubieten. Wenn Energieversorger weiter Geld verdienen wollen, müssen sie sich etwas einfallen lassen.

Wie lange dauert so eine Umsetzung?

Das ist schwer zu sagen. Klar ist, dass der Druck auf die Stadtwerke weiter wachsen wird. Darum gilt es, einen solchen Prozess zügig anzustoßen.

Welche Trends gibt es aktuell in der Kundenkommunikation?

Ich sehe grundsätzlich die Digitalisierung der Kommunikation und im Speziellen Social Media als einen der einflussreichsten Trends. Durch Social Media ist die Kommunikation offener, transparenter und dialogorientierter geworden. Stadtwerke sollten dies ernst nehmen und als Gewinn begreifen: Noch nie war es so einfach, vom Kunden Feedback zu bekommen. Früher ging doch die Kommunikation von oben nach unten, war also einseitig. Heute liefert mir der Kunde über verschiedene Kanäle direkten Input, den ich wunderbar verwerten kann.   

Welchen Vorteil bietet Dialogkommunikation für Energieversorger insbesondere vor dem Hintergrund gestiegener Kundenwünsche?

Stadtwerke haben mit Social Media einen guten Indikator, über den sie sehr schnell mitbekommen, wie der Kunde tickt. Das versetzt sie in die Lage, dem Kunden maßgeschneiderte Produkte anzubieten. Darüber hinaus  besteht gerade bei kleineren Stadtwerken in einer Region die Möglichkeit, sich zusammenzuschließen, und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das muss natürlich politisch gewollt sein, kann im Hinblick auf die künftige Positionierung aber Sinn machen.

Stadtwerke haben auch damit begonnen, Kunden an einzelnen Energieprojekten zu beteiligen. Welche Rolle spielen solche Beteiligungsmodelle bei der Kundenbindung?

Generell ist es wichtig, die Bürger, die oft gleichzeitig auch die Kunden sind, mit einzubeziehen. Mit solchen Projekten erhalten diese ja die Möglichkeit, ihre Region zu unterstützen und mitzugestalten. Gerade im Energiebereich sind diese Partizipationsmodelle möglich und darüber hinaus ein wirtschaftlicher Faktor. So bleibt die regionale Wertschöpfung erhalten und das investierte Geld kommt der Stadt oder Kommune selbst zugute. 

Wie sollten Stadtwerke diese Projekte kommunizieren?

Es geht gar nicht so sehr darum, einzelne Projekte zu kommunizieren, sondern darum, die festgelegten Werte zu leben und nach außen glaubwürdig zu vertreten. Fast jedes Stadtwerk hat seine Grundüberzeugungen, Handlungsmaxime und Werte, in einem Leitbild festgehalten. Dieser Werte muss ich mir als Stadtwerk bewusst sein, sie vorleben und danach handeln. Sonst mache ich mich unglaubwürdig. Eigentlich sind Werte nichts anderes als Versprechen. Wenn ich mich nicht daran halte, breche ich sie und büße beim Kunden Vertrauen ein.

Haben Sie ein Beispiel für eine erfolgreiche Kundenkommunikation eines Stadtwerks?

Ich denke es gibt eine Reihe von Stadtwerken, bei denen ein Bewusstsein für die neuen Herausforderungen der Kundenkommunikation besteht. Viele setzen neue Anforderungen auch bereits um. Grundsätzlich muss man die Kundenkommunikation immer für jedes Stadtwerk individuell bewerten. Für das Thema Social Media ist die Wien Energie ein gutes Beispiel – auch wenn es sich hierbei um ein größeres Energieversorgungsunternehmen handelt. Hier hat man bereits früh begonnen, die Sozialen Medien in Ergänzung zu den klassischen Kommunikationsmaßnahmen einzusetzen und die eigene Kommunikationsabteilung entsprechend auszurichten.

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Königstor 20
34117 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 99858-0 
E-Mail: presse[at]wingas.de

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