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10.04.2015

Verträge für Bio-Erdgas frühzeitig verlängern und Wirtschaftlichkeit sichern

Kassel. Der Betrieb von Blockheizkraftwerken (BHKW) mit Bio-Erdgas steht aufgrund der deutlich reduzierten Einspeisevergütung im Rahmen der Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) im vergangenen Jahr auf der Kippe, neue Projekte rechnen sich nicht. Andreas Zimmermann, Leiter Verkaufsunterstützung Erneuerbare Energien bei WINGAS, erläutert, was nun zu beachten ist.

Herr Zimmermann, wie hat die Anpassung des EEG die Marktsituation für Bio-Erdgas verändert?
Der Energieträger hat durch das am 1. August 2014 in Kraft getretene EEG 2014 entscheidend an Attraktivität verloren. Denn die Vergütung für Bio-Erdgas in der Stromerzeugung ist um rund 50 Prozent gegenüber dem alten EEG 2012 reduziert worden. Marktakteure kritisieren hierbei besonders die Kürzung der Einsatzstoffvergütungsklassen unter anderem auch für Energiepflanzen sowie die Streichung des Gasaufbereitungsbonus für die Einspeisung ins Erdgasnetz.

Welche Auswirkungen hat das?
Die Bundesregierung bremst damit die Entwicklung des Energieträgers Bio-Erdgas und verhindert weitere Impulse für den Klimaschutz. Für einige Betreiber von Bio-Erdgas BHKWs dürfte es voraussichtlich schwieriger werden, ihre Anlagen künftig rentabel zu betreiben. Darüber hinaus dürfte die Realisierung und Refinanzierung weiterer Biogas-Einspeiseprojekte wirtschaftlich unattraktiv sein.

Wer ist davon besonders betroffen?
Bio-Erdgas wird gerade von vielen Stadtwerken in ihren Nah- und Fernwärmenetzen genutzt. Vorrangig kommt der Energieträger dabei in BHKW mit Gasmotoren zum Einsatz. Für den gleichzeitig mit der Wärme erzeugten Strom erfolgt bei der Einspeisung ins Stromnetz die Vergütung nach dem EEG. Somit werden nicht nur effizient und ökologisch sinnvoll CO2-Emissionen reduziert, sondern auch entsprechende ökonomische Vorteile erzielt.

Bleibt der Markt für Bio-Erdgas überhaupt noch attraktiv?
Insgesamt ist damit zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar, ob es in zwei bis drei Jahren noch einen liquiden Markt für Bio-Erdgas, wie wir ihn heute kennen, geben wird. Dass die Aussichten eher schlecht stehen, zeigt sich an den Preisen für Bio-Erdgas, die vor Inkrafttreten des EEG 2014 auf einem verhältnismäßigen stabilen Niveau lagen und seit dem 1. August 2014 trotz rückläufiger Nachfrage gestiegen sind. Besonders Lieferungen mit kurzer Laufzeit sind derzeitig im Markt schwieriger zu bekommen.

Was sollten Stadtwerke und private Bio-BHKW-Betreiber jetzt tun?
Im Gegensatz zu Erdgas ist Bio-Erdgas nur begrenzt verfügbar, denn es muss extra produziert werden. BHKW-Betreiber sollten deshalb jetzt handeln und eine vorzeitige Verlängerung ihrer Einkaufsverträge prüfen, um sich – je nach Vertragsbeginn – die Förderung nach den alten EEG 2012, 2009 und 2004 langfristig abzusichern. Denn die Förderung gilt für das Jahr der Inbetriebnahme und die folgenden 20 Jahre – also maximal bis zum Jahr 2035. Für Bio-BHKW-Betreiber wird es daher wichtig sein, sich auf dem Markt Bio-Erdgasmengen langfristig zu guten Konditionen zu sichern.

Ihr Kontakt

Königstor 20
34117 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 99858-0 
E-Mail: presse[at]wingas.de

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