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13.01.2010

WINGAS: Transitkrise scheint derzeit abgewendet

WINGAS: Transitkrise scheint derzeit abgewendet

Berlin. Nach den Transitkrisen der Vorjahre fließt das russische Erdgas in diesem Winter bislang störungsfrei durch die Ukraine. "Wir erhalten alle vereinbarten Mengen", erklärte Dr. Gerhard König, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS, jetzt auf einer internationalen Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP) in Berlin. 80 Prozent des aus Russland kommenden und für Europa bestimmten Erdgases strömt im Transit durch die Ukraine. "Mit langfristigen Liefervereinbarungen, einer flexiblen Preisformel und Streitschlichtungsklauseln sind im vergangenen Jahr entscheidende Fortschritte gemacht worden. Russlands Ministerpräsident Putin und seine ukrainische Amtskollegin Timoschenko schufen damit eine äußerst transparente Vertragssituation", sagte König bei der DGAP-Diskussionsveranstaltung "Europäische Energiesicherheit zwischen russischem Gas und ukrainischen Transitpipelines". Die Ukraine ist nicht nur ein wichtiges Transitland für Erdgas, sondern mit jährlich mehr als 50 Milliarden Kubikmetern auch einer der größten Abnehmer russischen Erdgases. Immer wieder kommt es jedoch zu Zahlungsschwierigkeiten.

Vor genau einem Jahr bedrohte ein Transitstreit mit der Ukraine die Gasversorgung Europas. Der Transitkonflikt des vergangenen Jahres hat dabei nach Ansicht des WINGAS-Geschäftsführers drei Dinge deutlich gemacht. "Erstens: Gut gefüllte Speicher und flexible, integrierte Netze stellen die Energieversorgung auch in Zeiten von Transitausfällen sicher. Zweitens: Auch während des Transitstreits hat sich Russland als verlässlicher Partner der EU erwiesen. Denn die Gazprom hat über alternative Routen die ukrainischen Transitausfälle in Westeuropa weitgehend ausgleichen können. Und Drittens: Die Gaskrise ist letztlich weniger auf der politischen Ebene als durch die pragmatische und umsichtige Handlungsweise der westeuropäischen Energieunternehmen gelöst worden", so Dr. König.

So habe sich, wie König betonte, die bereits vorhandene Speicher- und Netz-Infrastruktur Westeuropas während der Transitkrise bewährt. Um die Versorgung auch in Zukunft sichern zu können, müsse diese Infrastruktur jedoch noch "robuster" gemacht werden - durch weitere Erdgasspeicher, durch die Anbindung der osteuropäischen Nachbarn an das westeuropäische Netz und durch transitunabhängige Versorgungswege wie die Ostseepipeline Nord Stream, die Europa verlässlich mit den russischen Gasreserven verbinde.

Damit diese Investitionen in die Versorgungssicherheit erfolgen können, bedürfe es jedoch entsprechender politischer Signale. "Investitionen verlangen verlässliche Rahmenbedingungen. Und damit meine ich nicht: zunehmende Regulierungen, die unternehmerischen Spielraum verhindern. Ich meine: Rahmenbedingungen, die auch langfristig Investitionssicherheit schaffen."

Bei aller Freude über das derzeitige politische Schönwetter zwischen der Ukraine und Russland tauchen erneut dunkle Wolken am Horizont auf. Die Finanzlage der Ukraine ist anhaltend schlecht. Zudem wird im Februar erstmals der neue, vertraglich vereinbarte höhere Energiepreis fällig. Die Ukraine wird einen vergleichbaren Preis wie andere osteuropäische Staaten - Tschechien, Ungarn und Rumänien - bezahlen.


Zusammen mit Gerhard König diskutierten Vaclav Bartuska, Energiebeauftragter der tschechischen Regierung, Olexander Chalyi, ehemaliger Vize-Außenminister der Ukraine, und Vladimir Feigin, Generaldirektor des Moskauer Instituts für Energie und Finanzen (FIEF), auf der Podiumsveranstaltung Status und Perspektive der europäischen Energiesicherheit. WINGAS ist einer der größten Importeure russischen Erdgases
 
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