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10.05.2017

„Wir brauchen ein Miteinander von E-Mobilität und Erdgasmobilität“

Wien/Kassel. Der Volkswagen-Konzern will gemeinsam mit Unternehmen der Erdgasbranche Compressed Natural Gas (CNG) als alternativen Antrieb voranbringen. Ziel ist eine Verzehnfachung der Erdgasautos in Deutschland bis zum Jahr 2025 – auf dann rund eine Million Fahrzeuge. Auch WINGAS beteiligt sich an der Kooperation. Geschäftsführer Ludwig Möhring erklärte die Perspektiven von CNG im Rahmen des Wiener Motorensymposiums – einer der größten europäischen Fachkongresse für automobile Antriebstechnik.

Herr Möhring, das Geschäft mit Erdgasautos läuft bislang eher zurückhaltend. In Deutschland, dem größten Automarkt der EU, gibt es laut Kraftfahrt-Bundesamt rund 80.300 Erdgas-PKWs bei 45 Millionen PKWs insgesamt. Woran liegt diese Zurückhaltung bei den Kunden?
Die Nutzung von Erdgas als Kraftstoff ist technisch ausgereift – daran kann es nicht liegen. Jetzt kommt es darauf an, diese Alternative weiter im Markt zu etablieren. Dafür wurde in Deutschland der Industriekreis zur Erdgasmobilität gegründet, dem Vertreter von Volkswagen und anderen interessierten Unternehmen angehören – wie der WINGAS.

Was spricht für Erdgas als Kraftstoff?
Wir müssen CO2 einsparen, schnell und nachhaltig. Die Elektromobilität wird das alleine nicht leisten können, sehr wohl aber gemeinsam mit der Erdgasmobilität. Und das ist eine massive Triebfeder. Die Technologie ist schon da, die Infrastruktur ebenfalls. Erdgas ermöglicht es, mit unschlagbaren Kosten für den Verbraucher einfach CO2 einzusparen.

Die Politik in der EU und nicht zuletzt in Deutschland setzt auf die Dekarbonisierung. Daher besteht Skepsis gegenüber Erdgas als fossiler Energieträger.
Wir haben in den vergangenen sechs Jahren im Rahmen der Energiewende in Deutschland kein Bisschen CO2 eingespart. Selbst der große Ausbau der erneuerbaren Energien hat nicht weitergeholfen. Noch schlechter ist die Bilanz im Transportbereich. Hier hat sich auf Grund des gewachsenen Verkehrsaufkommens schon seit 1990 der CO2-Ausstoss nicht reduziert. Nun will die Bundesregierung in den nächsten Jahren auf Basis des Klimaschutzplans eine Reduktion um 40 Prozent erreichen. Die Elektromobilität zu forcieren, bedeutet angesichts des deutschen Strommixes jedoch lediglich eine Verlagerung der Emissionen vom Auspuff zum nächsten Kohlekraftwerk. Das ist kein Klimaschutz – was die Politik in zunehmendem Maß versteht. Wir brauchen vielmehr Lösungen, die zeitnah CO2 einsparen. Eine maßgebliche Möglichkeit ist das Miteinander von E-Mobilität und Erdgasmobilität.

Wie lässt sich das der Öffentlichkeit verdeutlichen?
Wir bereits angedeutet, ist es vorgesehen, dass Volkswagen als einer der Großen der Branche gemeinsam mit anderen Unternehmen und mit Unterstützung der Politik eine entsprechende Aufklärungskampagne starten wird. Persönlich denke ich, dass vielleicht mal hohe politische Vertreter wie eine Umweltministerin oder die Kanzlerin selbst bei der Eröffnung einer Erdgastankstelle anwesend sein sollte und nicht nur bei der Inbetriebnahme von einem Windrad. Das würde ein Zeichen setzen.

Eine Kampagne allein wird nicht reichen…
Was wir nicht die vergessen dürfen: Die Erdgasmobilität unterstützt auch die aktuell unter Druck befindliche heimische Automobilindustrie. Diese bietet in Deutschland allein etwa 800.000 direkte Arbeitsplätze, indem sie in erster Linie Verbrennungsmotoren weiterentwickelt und baut. Die Zukunft des Verbrennungsmotors ist das Erdgas. Gelingt es uns, gemeinsam mit der Politik diesen Sachverhalt zu vermitteln, können wir sicherlich weiter das Interesse der Bürger gewinnen. Denn sie werden sehen: Wer ein Erdgasfahrzeug kauft, kauft ein nachhaltiges Fahrzeug für die Zukunft. Noch gar nicht berücksichtigt sind dabei die Möglichkeiten, die Power-to-Gas oder Bio-Erdgas bzw. Biomethan für die weitere Dekarbonisierung des Transportsektors bieten.

Welche Perspektiven sehen Sie denn für synthetisches Erdgas bzw. Biomethan?
Es ist doch mehr eine Frage der Skalierbarkeit bei Biomethan und Power-to-Gas und übrigens auch Wasserstoff, was häufig unterschätzt wird. Den Themen werden sich alle Beteiligten stellen müssen, auch die Produzenten. Man sieht ja, dass auch der Einsatz von Biokraftstoffen im Mineralölsektor die Ölproduzenten nicht aus dem Markt gedrängt hat. Was uns jedoch wundert ist, dass die Potenziale der Gasinfrastruktur für den Transport und die Speicherung bislang nicht berücksichtigt werden. Vielleicht liegt dies einfach daran, dass es komplexe und erklärungsbedürftige Themen sind.

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