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Mit Erdgas geht das Licht an Die Glashütte Limburg produziert mit Erdgas exklusive Innenleuchten

Erdgas ist als punktgenauer Wärmelieferant für Industriebetriebe oftmals unerlässlich. Auch die Glasmacher der Glashütte im hessischen Limburg setzten beim Beheizen der Schmelzöfen sowie beim Kühlen auf diesen Energieträger. Denn Erdgas stellt exakte Wärme zur Verfügung, die gegenüber anderen Energieträgern sehr wirtschaftlich eingesetzt werden kann und in der gesamten Produktion zum Tragen kommt.

Seit fast 70 Jahren stellt die Glashütte Limburg aus dem Rohstoff Sand sowie Pottasche, Kalk und Soda hochwertiges Glas her. Die Glasmacher formen aus dem Material Designleuchten von hoher Qualität. Die Produktion setzt dabei auf traditionsreiche Handwerkskunst, einen „langen Atem“ sowie auf hocheffiziente Technik.

Glasproduktion bei 1.520 Grad

Die Herstellung des Glases ist sehr aufwändig – und kaum denkbar ohne Erdgas. Etwa 30 Millionen Kilowattstunden des Energieträgers verbraucht die Glashütte pro Jahr. Mit dem Erdgas werden jährlich rund 400 Tonnen Sand aus der Rheinebene in einer Schmelzwanne geschmolzen. Hier herrschen besonders hohe Temperaturen, die am schnellsten und kostengünstigsten mit Erdgas erzeugt werden können. Bei 1.520 Grad Celsius reagiert die zuvor über einen Trichter zugeführte Rohstoffgemenge. Sie zersetzt sich zu einer flüssigen Glasmasse, die über einen Bodenkanal in die Arbeitswanne fließt. Dort kühlt sie auf etwa 1.200 Grad Celsius herunter und wird zähflüssig.

Etwa 30 Millionen Kilowattstunden des Energieträgers verbraucht
die Glashütte pro Jahr.

Jährlich werden rund 400 Tonnen Sand geschmolzen.

Bei 1.520 Grad Celsius reagiert die zuvor über einen Trichter zugeführte Rohstoffgemenge.

Schweißtreibende Handwerkskunst

Nun beginnt die schweißtreibende Arbeit der Glasmacher. Rund 40 Handwerker sind entweder als Mundbläser oder in der maschinellen Glasfertigung rund um den heißen Schmelzofen im Einsatz. Besonders aufwändig und zugleich faszinierend ist die Herstellung von dreischichtigem Opalglas – eine Spezialität der Glashütte Limburg, die exakte Handgriffe erfordert.

Mit der Glasmacherpfeife wickelt der Glasmacher eine bestimmte Menge des zähflüssigen Kristallglases aus der Arbeitswanne auf. Anschließend bläst er die glühende Masse zu einem Glaskörper auf. Durch die Luft vergrößert sich der Rohling, vermindert seine Wandstärke und kühlt auf etwa 600 Grad Celsius ab.

Jetzt wird die Pfeife in Opalglas getaucht, das um das Kristallglas gewickelt und mit Hilfe eines nassen Holzlöffels gleichmäßig verteilt wird. Dadurch erhitzt sich das Glas wieder auf eine Temperatur von etwa 840 Grad Celsius.

Als letzten Schritt erhält der Rohling eine weitere Klarglasschicht und seine endgültige Form. Die Glasmacher müssen hier besonders konzentriert arbeiten, da nur wenige Sekunden Zeit für diesen Arbeitsschritt zur Verfügung stehen. Das heiße und noch formbare Glas wird rasch in eine Eisenform gebracht und mit Atem- und Druckluft aufgeblasen. In der gusseisernen Form kühlt das Glas auf 600 Grad Celsius herunter und kann im erstarrten Zustand aus der Form genommen werden. 

1. Rund 40 Handwerker sind entweder als Mundbläser oder in der maschinellen Glasfertigung rund um den heißen Schmelzofen im Einsatz.

2. Der Glasmacher holt die flüssige Glasmasse aus der Arbeitswanne und wickelt diese durch Drehen der Glasmacherpfeife auf. Die Arbeit ist schweißtreibend und körperlich anstrengend.

3. Durch das Aufblasen des Glaskörpers vergrößert sich der Rohling und kühlt auf rund 600 Grad ab.

4. Um das Glas zu formen, setzen die Glasmacher nasse Holzlöffel ein.

5. Reicht die Atemluft des Glasmachers nicht aus, wird das Glas mit Druckluft aufgeblasen. Vor allem bei größeren Produkten ist der Einsatz von Druckluft unerlässlich.

Saubere Verbrennung mit Erdgas

Der Schmelzofen ist das Herzstück der Produktion und läuft 365 Tage im Jahr rund um die Uhr. Ein Herunterfahren des Ofens wäre fatal. Denn dadurch kühlt die flüssige Glasmasse ab und erstarrt in der Schmelzwanne.

„Die Schmelzwanne würde dadurch unbrauchbar und müsste ersetzt werden. Das wäre ziemlich kostspielig, besonders durch den Produktionsausfall. Mit Erdgas halten wir die hohen Temperaturen jedoch konstant", erläutert Harald Merz, Betriebsleiter Glas bei der Glashütte Limburg.

Erdgas-Kühlung für die heißen Glaskörper

Die Vorteile von Erdgas macht sich die Glashütte auch beim Abkühlen der erstarrten Glaskörper zu Nutze. Da ein abruptes Herunterkühlen Spannungsrisse im Material verursachen würde, wird das Glas nach der Gestaltung durch die Glasmacher langsam bis auf etwa 40 Grad Celsius abgekühlt. Dafür wird es auf Abkühlbänder gesetzt.

Die Glaskörper laufen nun über ein Förderband durch einen Ofen, in dem sich verschiedene Temperaturzonen befinden. Die punktgenaue Wärmebereitstellung in den einzelnen Brennkammern ist für die Produktqualität wichtig und wird durch Erdgas gewährleistet. So wird das Glas vorsichtig auf die richtige Temperatur herunter gekühlt. Je nach Glasdicke dauert dieser Vorgang bis zu sechs Stunden. Anschließend wird das Glas kontrolliert, sortiert und kommt nach einer weiteren Sichtkontrolle in die Montage, wo die Mitarbeiter die Leuchten montieren.

„Erdgas hat klare wirtschaftliche Vorteile“ Interview mit Harald Merz, Betriebsleiter

Welche Herausforderungen gibt es bei der Glasherstellung zu bewältigen?
Die Glasproduktion ist aufwendig und energieintensiv. Die Schmelzwanne wird 365 Tage pro Jahr beheizt, insofern ist eine konstante Bereitstellung von Wärme sehr wichtig Neben der richtigen Temperatur braucht es viel handwerkliches Geschick. Eine Spezialität der Glashütte Limburg ist das Opal überfangene Glas. Hierbei wird eine weiß getrübte Glasschicht von zwei Klarglasschichten eingefasst. Das ist für die Glasmacher sehr herausfordernd und verlangt ein exaktes Arbeiten unter Zeitdruck.

Wo setzen Sie Erdgas in der Produktion ein?
Erdgas wird in verschiedenen Druckstufen in der Produktion benötigt. Hauptsächlich kommt es in der Schmelzwanne zum Einsatz. Durch die punktgenaue Wärme von Erdgas können wir das Rohstoffgemenge aus Sand, Pottasche, Soda und Kalk bei 1520 Grad Celsius zu einer Glasmasse schmelzen. Zudem nutzen wir den Energieträger für den Betrieb unserer Kühlbahnen, um das Glas stufenweise abzukühlen. Wir setzen Erdgas aber auch ganz klassisch ein, nämlich um Heizenergie und Prozesswärme herzustellen.

Welche Vorteile bietet Erdgas in der Produktion?
Erdgas hat gegenüber anderen Energieträgern den Vorteil, dass es fast ohne Rückstände verbrennt. Dadurch ist die Verkokung unserer Brennlanzen nur gering. Außerdem gibt es klare wirtschaftliche Vorteile, einfach da Erdgas im Einkauf deutlich günstiger ist als andere Energieträger. Und da wir direkt ans Erdgasnetz angeschlossen sind, entfallen außerdem die Lagerungskosten.

Nutzen Sie die Energie von Erdgas auch noch anderweitig?
Ja, in den Sommermonaten nutzen wir die Abwärme der Schmelz- und Arbeitswannen, um unsere Heizung mit Wärme zu versorgen und unseren Bedarf an Prozesswärme zu decken. Normalerweise setzen wir hierfür einen Heizkessel ein, der mit Gas beheizt wird und über eine Dampfleistung von 2,4 Tonnen pro Stunde verfügt. Im Sommer fahren wir die Anlage jedoch nur im Standby-Betrieb, denn über sogenannte Vorwärmer und Wärmetauscher wird die Abwärme der Wannen in Dampf gewandelt. Das entlastet den Kessel, ist effizient und kostengünstig. In dieser Zeit heizen wir praktisch autark.