Wertvoller Rohstoff Erdgas.

Zukunftsmotor CH4

Liberalisierter Handel Der Markt für Erdgas steht heute jedem Anbieter offen

Im Jahr 1993 hat WINGAS den Markt betreten und sogleich wichtige Wettbewerbsimpulse gesetzt. Aber trotzdem war bis zum Jahr 2005 der Erdgashandel in Deutschland insgesamt eine noch recht überschaubare Angelegenheit: Sechs Importeure und vier inländische Produzenten verteilten bis dahin den Energieträger entweder direkt an Gaskraftwerke oder an regionale Ferngasgesellschaften.

Ihre Ansprechpartnerin

Daniela Rechenberger
Königstor 20
34117 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 99858-3350
E-Mail: presse[at]wingas.com 

In den einzelnen Regionen übernahmen Stadtwerke oder Regionalverteiler von ihnen dann die Weiterleitung an private Kunden, Gewerbebetriebe und die Industrie. Ähnlich wie beim Straßenverkehr floss das Gas auf „Autobahnen“ vom Importeur zur regionalen Ferngasgesellschaft, die es auf ihren „Bundesstraßen“ zu den Stadtwerken transportierte. Von dort strömte das Erdgas dann auf „Nebenstraßen“ zu den Endkunden. Insbesondere Haushalts- und kleinere Gewerbekunden hatten kaum eine andere Wahl, als ihr Gas beim heimischen Stadtwerk zu kaufen.

Zwei Gas-Marktgebiete für ganz Deutschland

Im Jahr 2005 wurde das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) neu gefasst und die Bundesnetzagentur zur Regulierungsbehörde für Strom und Gas gemacht. Der Gasmarkt erfuhr eine entscheidende Liberalisierung: Denn jeder Endkunde kann nun sein Gas bei jedem beliebigen Anbieter bestellen. Das kann in der Praxis aber nur funktionieren, wenn die Netze für alle Marktteilnehmer offen sind und jeder Gashändler einfach Leitungskapazität kaufen kann – vergleichbar mit den privaten Bahngesellschaften, die keine eigenen Schienen haben und für ihre Züge die Trassen der Deutschen Bahn AG nutzen.

Hierfür haben sich die Transportgesellschaften in zwei Unternehmen zusammengeschlossen – die Gaspool Balancing Services GmbH und die NetConnect Germany GmbH & Co. KG – und ihre Gasleitungen in zwei „Marktgebieten“ zusammengefasst. Neben ihren Gasleitungen stellen die beiden Unternehmen den Gaslieferanten und ihren Kunden auch jeweils einen „virtuellen Handelspunkt“ zur Verfügung. Dort melden Verkäufer und Käufer täglich ihren geschätzten Bedarf an Erdgasmengen für den nächsten Tag an. Wenn die privaten Endkunden beispielsweise bei kaltem Wetter ihre Heizungen höher drehen, fließt mehr Erdgas durch das Netz. Der Betreiber des Marktgebietes sorgt aber dafür, dass eventuelle Abweichungen zwischen Einspeisung und Entnahme von Gas stets ausgeglichen werden.

Unterschiedliche Preismodelle: konstant, an einen Index gekoppelt oder kurzfristige Märkte

Die Preise für das Gas werden nicht nur direkt am virtuellen Handelspunkt festgelegt – darüber verständigen sich Kunde und Lieferant oft ganz klassisch im Rahmen von Vertragsverhandlungen. Darin legen sie beispielsweise fest, welche Gasmenge geliefert werden soll und ob der Preis konstant ist oder an einen Index gekoppelt wird.

Zudem wird in den Verträgen festgelegt, wie flexibel ein Kunde das Gas abnehmen kann: In vielen Fällen ist es für ihn vorteilhaft, das Gas je nach aktuellem Bedarf zu beziehen. Den Ein- und Verkauf von fest definierten und konstanten Erdgasmengen können die Marktteilnehmer daneben auch über Börsen oder Broker abwickeln. Wer zusätzliches Gas kaufen oder überschüssige Mengen verkaufen will, kann dazu eine Energiebörse wie die EEX in Leipzig nutzen – den Spotmarkt für Lieferungen am nächsten Tag oder den Terminmarkt für Lieferungen zu einem späteren Zeitpunkt. Da die aktuellen Preise jederzeit öffentlich sind, schafft die Börse eine große Transparenz und dient oft auch als Referenz für die Preisbildung mithilfe von Vertragsformeln zwischen Gaslieferanten und ihren Kunden, etwa bei den Stadtwerken oder in der Industrie.

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