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Erdgas behält weiterhin die Schlüsselrolle im Energiemarkt

18.08.2021

Zahlen der Initiative Zukunft Gas zeigen: Erdgas bleibt einer der wichtigsten Energieträger im nachhaltigen Energiemix von Morgen.

Erdgas nimmt in der Energiewende eine entscheidende Schlüsselrolle ein, um den Wechsel von einer rein fossilen hin zu einer weitgehend regenerativen Energieversorgung zu ermöglichen. Doch wie genau haben sich der Energiemarkt im Allgemeinen und der Erdgasmarkt im Speziellen im letzten Jahr entwickelt? Dieser Frage widmen wir uns in diesem Blog-Beitrag. Hierzu analysieren wir die Zahlen des Berichts „Erdgas in Deutschland. Zahlen und Fakten für das Jahr 2020“ der Initiative Zukunft Gas.

 

Die Anstrengungen der Energiewende haben im Jahr 2020 erste Früchte getragen – dies legen zumindest die Zahlen des Berichts von Zukunft Gas nahe: So benötigt Deutschland offenbar immer weniger Energie und kann damit auch seinen CO2-Ausstoß deutlich reduzieren. Allein in den letzten fünf Jahren sank der Primärenergieverbrauch immerhin um ganze 12 Prozent, seit dem Referenzjahr 1990 gar um ganze 22 Prozent. Auf diese Weise konnte 2020 das Klimaziel einer 40-prozentigen Reduzierung der Treibhausgasemissionen der Bundesregierung nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen werden.

Dieser Erfolg ist auch auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, deren Einschränkungen die Mobilität deutlich reduziert und den bestehenden Trend dadurch beschleunigt haben. So sank allein von 2019 auf 2020 der Primärenergieverbrauch um einen Rekordwert von neun Prozent. Doch auch andere Einflussfaktoren außerhalb des Verbrauchsrückgangs spielten eine Rolle. Gerade der Wandel im Energiemix von stark emittierenden Energieträgern wie Braun- und Steinkohle hin zu klimaschonendem Erdgas und erneuerbaren Energien sorgten dafür, dass Deutschland seinem avisierten Ziel der Klimaneutralität einen Schritt näherkommen konnte.

Im nachhaltigen Energiemix von Morgen nimmt Erdgas eine wichtige Rolle ein: So stieg 2020 der Anteil von Erdgas am deutschen Primärenergieverbrauch erneut und beträgt nun rund 27 Prozent. Dabei ist der absolute Erdgas-Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr im Zuge der Corona-Pandemie um drei Prozent gesunken. Der Verbrauch anderer Energieträger reduzierte sich jedoch zum Teil noch deutlicher, so etwa bei Erdöl um 12 Prozent oder auch bei Braunkohle um 18 Prozent, während Erdgas seine Stellung als zweitwichtigster Energieträger im Markt halten konnte.

Dieser Erfolg ist auf die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Erdgas in verschiedenen Sektoren zurückzuführen. Zwar hat die Nutzung von Erdgas in der Industrie leicht abgenommen. Demgegenüber konnte jedoch im Stromsektor sowie im Wärmemarkt im Jahr 2020 ein Anstieg des Erdgaseinsatzes verzeichnet werden. In der Wärmeversorgung stieg der Absatz um 9 Prozent, in der Stromerzeugung sogar um 19 Prozent. Dennoch bleibt die Industrie weiterhin der größte Erdgasabnehmer in Deutschland. Darauf folgen die Haushalte, wo der Energieträger insbesondere bei der Wärmeerzeugung zum Einsatz kommt. Selbst im Verkehr, wo der Absatz bislang relativ niedrig ist, wächst die Rolle von gasbasierten Kraftstoffen stetig, vor allem im Schwerlastverkehr und in der Schifffahrt.

Ein entscheidender Vorteil von Erdgas für Haushalte und Industrieunternehmen gleichermaßen besteht in den verlässlich günstigen Preisen: Zwar hat die Corona-Pandemie auf den Öl- und Gasmärkten für Turbulenzen gesorgt. Trotzdem blieb der Gaspreis für Abnehmer auch im Jahr 2020, anders als der Ölpreis, auf einem stabil niedrigen Niveau. Auch Strompreise stiegen weiter an. So ist hier in den letzten zehn Jahren etwa ein Plus von etwa 25 Prozent zu verzeichnen – ein Trend, der bleiben wird, denn trotz der geltenden Deckelung der EEG-Umlage verzeichnet Deutschland weiterhin die höchsten Strompreise weltweit.

Doch nicht nur für Klimaschutz und das Preisniveau im deutschen Energiemarkt wird Erdgas von Bedeutung sein. Auch die künftige Versorgungssicherheit des Landes wird wesentlich von dem Einsatz des vielseitigen Energieträgers abhängen. So gehen der fortschreitende Atom- und Kohleausstieg bei dem gleichbleibenden Ausbau erneuerbarer Energien zunehmend für eine stark schwankenden Einspeisung einher. Auch in Szenarien, in denen ausreichend Kapazitäten von Erneuerbaren existieren, werden regelbare und klimaschonende Gaskraftwerke als Back-up die Stromversorgung sichern müssen. Hier leisten Gaskraftwerke schon heute eine wichtige Brückenfunktion. Bereits 2020 waren Gaskraftwerke für insgesamt 16 Prozent der Stromversorgung verantwortlich. Aufgrund des geringen Gaspreises werden Gaskraftwerke zunehmend rentabler gegenüber Kohlekraftwerken. Dies bewirkt einen marktbedingten Fuel-Switch. Und genau hiervon profitiert der Klimaschutz, denn dank der hohen Wirkungsgrade von Gaskraftwerken reduzieren sich die CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung um bis zu 70 Prozent.

 

Die Zahlen des Berichts zeigen: Auch nach der Corona-Pandemie in der zu erwartenden wirtschaftlichen Erholungs- und Wachstumsphase, wird Erdgas als Energieträger seine Bedeutung beibehalten und zu einer sozialverträglichen Energiewende beitragen.